
Aÿ bis Breisach
Region & Geschichte
Was hat Sekt aus Breisach mit Champagner zu tun? Mehr, als der Name der Stadt am Rhein vermuten lässt, denn die Geschichte beginnt 1838 in Aÿ. Dort gründeten zwei Deutsche, William Deutz und Peter-Joseph-Hubert Geldermann, ein Champagnerhaus unter ihren beiden Namen. Geldermann stammte aus Aachen.
Im frühen 20. Jahrhundert entstand in Hagenau im Elsass ein Zweig des Hauses. 1924 zog er nach Breisach um, auf die badische Seite des Rheins, und firmierte als Sektkellerei Deutz & Geldermann. Daraus wurde die Privatsektkellerei Geldermann. In Aÿ besteht das Champagnerhaus Deutz bis heute weiter, beide Firmen gehen seither getrennte Wege.
Seit 2003 gehört Geldermann zu Rotkäppchen-Mumm, dem deutschen Marktführer bei Schaumwein. Nach Angaben des Hauses entsteht dort ausschließlich Sekt mit traditioneller Flaschengärung. Das ist ungewöhnlich, denn die großen deutschen Markensekte werden meist im Drucktank vergoren. Im Jahr 2011 füllte die Kellerei rund 2,3 Millionen Flaschen.
Eine zweite Adresse in Breisach arbeitet eher im Hintergrund. Der Badische Winzerkeller wurde 1952 als Zentralkellerei Badischer Winzergenossenschaften gegründet. Hier tun sich Genossenschaften zusammen, damit ihre Mitglieder Wein gemeinsam keltern und verkaufen können. Zum Angebot gehört auch Sekt, etwa die Marke Schloss Munzingen.
Baden ist mit rund 15.800 Hektar das drittgrößte deutsche Anbaugebiet und zieht sich über etwa 250 Kilometer von Nord nach Süd. Sekt von hier darf als Sekt b.A. mit der Herkunft Baden verkauft werden, wenn er die amtliche Prüfung besteht. Das Wort Crémant ist ebenfalls erlaubt, sobald der Sekt Handlese und traditionelle Flaschengärung nachweist und der Name der Herkunft dabeisteht.