
Löss und Vulkan
Boden & Klima
Der Kaiserstuhl, der von Breisach aus am Horizont liegt, gehört zu den wärmsten Gegenden Deutschlands. Im Westen fangen die Vogesen einen Teil des Regens ab, und die Rheinebene davor erwärmt sich im Sommer früh und stark. Für Weine, die schwer und fruchtig werden sollen, ist das ein Segen.
Für Sekt ist dieselbe Wärme eher eine Aufgabe. Schaumwein braucht Frische und Säure. Je wärmer die Lage, desto schneller steigt der Zucker in den Beeren und desto rascher sinkt die Säure. Deshalb lesen badische Sektmacher ihre Trauben früh, deutlich vor der normalen Lese, solange die Beeren noch straff und spritzig schmecken.
Der Kaiserstuhl ist ein erloschener Vulkan. Seine Hänge bestehen aus Vulkangestein, das vor Millionen Jahren aufstieg, und aus Löss, einem feinen, vom Wind abgelagerten Staub. Löss hält Wasser gut und lässt sich leicht durchwurzeln, dunkles Vulkangestein speichert die Wärme der Sonne. Der Berg bleibt hier Kulisse, die Sektkeller liegen in der Stadt am Rhein.
Unter Breisach beginnt ein anderer Teil der Geschichte. Geldermann lagert seinen Sekt in Gewölbekellern aus dem 15. Jahrhundert, nach Angaben der Schwarzwald-Tourismusstelle bei gleichbleibend 13 Grad. Das ist wichtig, weil die zweite Gärung in der Flasche umso gleichmäßiger und ruhiger verläuft, je konstanter die Kühle ist. Das Ergebnis sind feinere Perlen.
Ein Ranking der Gemeinden wie die Grand-Cru-Liste der Champagne gibt es für Sekt aus Baden nicht. Die Cuvée entsteht oft aus Trauben mehrerer Orte, Böden und Hänge. Wer genau wissen will, woher die Trauben kommen, findet bei Winzersekt immerhin den Betrieb auf dem Etikett.