
Sektstadt Eltville
Region & Geschichte
Eltville am Rhein trägt den Beinamen Sektstadt, und dahinter steckt mehr als ein Werbeetikett. Matheus Müller, geboren 1773 und 1847 in Eltville gestorben, baute hier ein Sektgeschäft auf. Das Haus mit der Marke MM wird meist auf das Jahr 1838 datiert.
Im 19. Jahrhundert entstand am Rheinufer eine kleine Gruppe von Sekthäusern, zu denen nach örtlicher Überlieferung Matheus Müller, Mumm und Schloss Vaux gehörten. Bis heute sitzt die MM-Sektkellerei in Eltville. Rotkäppchen-Mumm kaufte die Marken Mumm, Jules Mumm und MM am 16. Januar 2002 von Seagram, und MM Extra gehört seither zu diesem Konzern.
Schloss Vaux hat eine Wanderschaft hinter sich. Nach Angaben des Hauses wurde die Gesellschaft 1868 in Berlin gegründet und erwarb später das Château Vaux bei Metz samt Weinbergen. Vierzig Jahre lagen dort die Sektkeller, dann musste das inzwischen französisch gewordene Haus aufgegeben werden, und die Manufaktur zog nach Eltville. 1982 kaufte eine Gruppe von Freunden Vaux von einer Tochter der Dresdner Bank, heute teilen sich rund sechzig Aktionäre das Haus.
Was Rheingau auf einer Sektflasche bedeutet, regelt das Recht. Ein Sekt b.A. stammt aus einem der 13 deutschen Anbaugebiete und trägt eine amtliche Prüfnummer. Den Zusatz Winzersekt darf nach § 34a der Weinverordnung nur führen, wer Trauben und Weinbereitung im eigenen Betrieb hat, traditionell in der Flasche vergärt und Rebsorte sowie Jahrgang aufs Etikett schreibt. Ein Sekt ohne solchen Zusatz kann dagegen aus Grundweinen anderer EU-Länder gemacht sein.
Das Anbaugebiet zieht sich etwa 50 Kilometer am rechten Rheinufer entlang bis Lorch und umfasste 2025 rund 3.117 Hektar Rebfläche.