
Zwiebelkuchen bis Würzfleisch
Essen & Anlass
Zum Herbst im Weinland gehört Zwiebelkuchen, und trockener Sekt steht ihm gut: Die Säure schneidet Speck und Sahne, die Perlen frischen den Gaumen auf. Darum begleitet Sekt auch fette, herzhafte Gerichte und taugt nicht allein für den Aperitif.
Würzfleisch, ein überbackenes Ragout aus Geflügel oder Kalb mit Käse, war in der DDR ein Festtagsgericht. Es passt zu einem Sekt brut, der nicht zu süß ist und der würzigen Soße ein Gegengewicht gibt, weil seine Perlen sie nicht mit Süße überdecken. Auch die Thüringer Rostbratwurst, deren Land im Weinbaugebiet mit dabei ist, verträgt die Frische.
Wer fragt, wann man Sekt trinkt, bekommt in Ostdeutschland eine klare Antwort: zu Silvester, zur Hochzeit, früher auch zur Jugendweihe. Rotkäppchen war nach Zeitungsberichten zu DDR-Zeiten kaum zu bekommen, was die Marke für viele zum Festtagsgetränk machte. Die Flasche zu Silvester gehört vielerorts zum Abend wie das Anstoßen um Mitternacht.
Besucher finden in Freyburg die Sektkellerei von Rotkäppchen in der Sektkellereistraße. Nach Angaben des Hauses gibt es Kellerführungen, und die ehemaligen Produktionshallen sind zu einer Erlebniswelt umgebaut worden. Es lohnt sich, vorab den aktuellen Stand zu klären.
Das Freyburger Winzerfest zeigt regionale Sekte und Weine. Wer zu einem solchen Fest oder zu einer Kellerführung reist, bringt am besten Zeit mit: Ein Bummel durch Freyburg und ein Spaziergang zwischen den Terrassen hinauf zum Schloss Neuenburg lassen sich gut verbinden.