
Sekt vom Elbhang
Region & Geschichte
Wer Sekt aus Sachsen sucht, landet früher oder später in Radebeul. Am Nordrand des Dresdner Elbtals steht Schloss Wackerbarth, das Sächsische Staatsweingut mit eigener Sektmanufaktur, umgeben von den Rebterrassen der Lößnitz.
Das Weinbaugebiet Sachsen zieht sich rund 55 Kilometer von Pillnitz bei Dresden über Radebeul und Meißen bis nach Diesbar-Seußlitz. Mit etwa 500 Hektar Reben ist es das drittkleinste der 13 deutschen Anbaugebiete. Zwischen den Weinbergen steht das Weingut Hoflößnitz, ein Ensemble aus Presshaus, Lust- und Berghaus, Winzerhaus und Kavaliershaus, in dem heute ein Museum und ein Weinverkauf untergebracht sind.
Nach Angaben von Schloss Wackerbarth geht die Sektgeschichte des Hauses auf das Jahr 1836 zurück, als in Radebeul die erste Sektmanufaktur Sachsens entstand. Sie hieß Bussard. Später zog der Betrieb mit Maschinen und Belegschaft auf das Gelände von Schloss Wackerbarth, und 2023 bekam die Marke Bussard Sekt ein neues Aussehen. 2026 zählt das Haus nach eigener Rechnung 190 Jahre Sekttradition.
Was bedeutet Sekt b.A. aus Sachsen? Es ist Qualitätsschaumwein aus dem Anbaugebiet Sachsen, dem eine amtliche Prüfnummer zugeteilt wurde und der in der Sektflasche mit pilzförmigem Stopfen und Agraffe verkauft wird. Ein Winzersekt muss obendrein aus Trauben des eigenen Betriebs stammen, traditionell flaschenvergoren sein und Rebsorte sowie Jahrgang auf dem Etikett tragen.
Schloss Wackerbarth füllt nach eigenen Angaben rund 250.000 Flaschen flaschenvergorenen Sekt im Jahr. Das ist für ein Sekthaus überschaubar, und es passt zu einem Gebiet, in dem jeder Hang seinen Namen hat. Der Ortsbezug unterscheidet solche Flaschen von einem Sekt ohne Zusatz, dessen Grundweine auch aus anderen EU-Ländern stammen dürfen.