
Granit, Löss, Kühle
Boden & Klima
Warum schmeckt Sekt aus dem Elbtal so straff? Das Gebiet liegt auf etwa 51 Grad nördlicher Breite und gehört zu den nördlichen Weinbaugebieten Europas. Reben reifen dort langsamer, und der Wein behält die Säure, die ein Grundwein für Sekt braucht, weil die Dosage am Ende einen Teil davon ausgleicht.
Im Elbtalkessel liegt die Jahresmitteltemperatur nach Angaben des Landes Sachsen bei 9,2 Grad. Es fallen 600 bis 700 Millimeter Niederschlag im Jahr, und die Sonne scheint rund 1.750 Stunden. Die Elbe mildert die Temperaturen am Ufer, die Hänge fangen das Licht.
Der Boden besteht aus drei Typen: Granit-Syenit-Verwitterung, Lösslehm und Sand. Besonders die lockeren Verwitterungsböden aus Granit und Syenit haben wenig Feinerde. Das Wasser läuft darin rasch ab, und die Wurzeln müssen sich ihre Feuchtigkeit suchen. Lösslehm speichert dagegen mehr Wasser.
Radebeuler Lagen tragen Namen wie Goldener Wagen, den mehrere Winzer bewirtschaften, oder Kapitelberg, mit über 40 Hektar eine der größten und besten Lagen Sachsens. Am Hangrand sind das Spitzhaus und der Bismarckturm zu sehen, Wegmarken über den Rebzeilen.
Für den Sekt zählt am Ende, was nach der zweiten Gärung bleibt. Weil dabei Alkohol und Kohlensäure hinzukommen und am Schluss noch Zucker dosiert wird, braucht der Grundwein ein straffes Gerüst aus Säure. Auf dem Etikett eines Sekts b.A. darf „Steillage“ stehen, wenn die Trauben von Flächen mit mindestens 30 Prozent Neigung stammen.