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Boden & Klima in der Region Wiesbaden-Biebrich & Schierstein

Rhein und Taunus

Boden & Klima

Eine Sektkellerei braucht keinen eigenen Weinberg vor der Tür, und die Häuser in Biebrich und Schierstein haben das früh gezeigt. Söhnlein schloss 1877 einen Vertrag über Grundweine vom Schloss Johannisberg des Fürsten von Metternich. Das Handwerk liegt dann in der Auswahl der Partien und nicht im Boden unter den eigenen Mauern.

Trotzdem prägt die Landschaft den Sekt, der hier entsteht. Wiesbaden liegt am östlichen Rand des Rheingaus, dort, wo der Rhein nach Westen abbiegt. Im Norden hält der Taunus kalte Winde ab, im Süden breitet sich der Fluss aus, der Wärme speichert und Licht von der Wasserfläche auf die Hänge wirft.

Für Schaumwein ist diese Mischung günstig. Er verlangt Grundweine mit viel Säure und wenig Alkohol, deshalb werden die Trauben früher gelesen als für Stillwein. Ein kühles Jahr, das manchen Winzer ärgert, liefert dem Sektmacher genau die frische Säure, die später die Süße der Dosage ausgleicht.

Im Rheingau liegen Löss, Lehm und Quarzit je nach Hang nebeneinander. Löss und Lehm geben meist weichere Weine, steiniger Quarzit häufig straffere. Ein Kellermeister, der Partien aus mehreren Lagen mischt, nutzt diesen Unterschied wie ein Maler seine Farben.

Schloss Johannisberg liegt auf einer Anhöhe über dem Rhein, die Hänge schauen zum Fluss nach Süden. Der Überlieferung nach soll hier 1775 die Spätlese entstanden sein, weil der Bote mit der Lesefreigabe zu spät eintraf. Söhnlein wollte die Rieslinge dieses Schlosses ausdrücklich für Sekt nutzen, also für eine Sorte, die ihre Säure in dieser Lage behält.

Dazu im Lexikon

Warum Säure im Wein so wichtig istRiesling und seine Säure im Porträt
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