
Kreide, Grünsand, Ton
Boden & Klima
Die South Downs sind ein Kreiderücken, der sich quer durch Sussex zieht und bei den Seven Sisters als weiße Klippe ins Meer fällt. Auf diesem Kalk stehen viele Weinberge der Grafschaft. Kreide speichert im Winter Wasser und gibt es im Sommer langsam wieder ab, die Reben leiden darum selten unter Trockenheit. Wer Sekt aus Sussex im Glas hat, schmeckt oft diese Kalkfrische.
Rathfinny liegt im Cradle Valley, auf einem nach Süden geneigten Hang nahe dem Cuckmere-Tal und nur drei Meilen vom Ärmelkanal entfernt. Nach Angaben des Weinguts wachsen die Reben dort auf frei abfließender Kreide, auf mehr als 93 Hektar. Feuersteine aus den Weinbergen stecken in den Mauern der Gebäude.
Weiter nördlich wechselt der Untergrund. Zwischen den Downs und dem Weald liegen Grünsand und Ton, schwerere Böden als der durchlässige Kalk. Ridgeview bei Ditchling arbeitet am Fuß der Downs, wo die Kreide in diese Böden übergeht. So kennt Sussex mehrere Bodentypen auf engem Raum, und jeder prägt den Wein anders.
Das Klima ist maritim mit kontinentalem Einschlag, so beschreibt es Rathfinny selbst. Für Schaumwein ist das günstig, weil die Trauben langsam reifen und ihre Säure behalten. Diese Säure trägt später das lange Hefelager. Zu viel Hitze ist in Sussex selten das Problem, bekannter sind Frühjahrsfrost und Regen zur Blüte.
Auch die Lage am Hang zählt. Tillington, ein Einzelweinberg von Nyetimber mitten im Nationalpark South Downs, liegt nach Süden, ist gut geschützt und entwässert schnell. Daraus entsteht ein Wein, der überwiegend aus Pinot Noir besteht und nach Angaben des Hauses drei Jahre auf der Hefe liegt. Der Vergleich mit der Champagne drängt sich auf: Kalk im Boden, kühles Klima, Säure als Rückgrat.