
Kalk und Atlantik
Boden & Klima
Der Atlantik und die Trichtermündung der Gironde prägen das Klima von Bordeaux. Die Winter sind mild, das Wetter wechselhaft, und im Sommer reift die Frucht meist ohne große Mühe. Für Rotwein ist das ein Geschenk. Für Schaumwein kommt es auf etwas anderes an, nämlich auf Frische: Die Trauben werden früher gelesen als für Stillwein, solange die Säure hoch und der Zuckergehalt noch niedrig ist.
Der Boden wechselt von Hügel zu Hügel. Im Médoc liegen Kiesbänke, die Flüsse einst abgelagert haben. Kies speichert die Wärme des Tages, Kalk gibt dem Wein Frische und Zug. Rund um Saint-Émilion stehen Reben auf Kalkstein und Lehm, und im Entre-Deux-Mers, dem Land zwischen Garonne und Dordogne, herrscht Lehm mit Kalk und Kies.
Besonders ist der Untergrund um Saint-Émilion. Der Kalkstein wurde über Jahrhunderte abgebaut, und in Steinbrüchen und Stollen bleibt es das ganze Jahr kühl und feucht. Nach Angaben des Hauses Lateyron in Montagne führen dort rund drei Kilometer Gänge unter die Erde. Das Haus Cloître des Cordeliers sitzt mitten in Saint-Émilion in den Ruinen eines Franziskanerklosters.
Einzelne Lagen mit Rang und Namen wie in der Champagne kennt der Crémant de Bordeaux nicht. Entscheidend ist, dass die Trauben früh und gesund ankommen und der Wein im Keller nicht warm wird. Ein kühler Keller lässt die Hefe langsam arbeiten, und das gibt dem Wein Zeit.
Gaillac liegt weit im Landesinneren am Tarn. Auf dem einen Ufer bilden Kies und Lehm alte Flussterrassen, auf dem anderen stehen die Reben an Hügeln aus Kalk und Lehm. Das Klima verbindet atlantische und mediterrane Einflüsse, die Sommer sind warm. Das passt zum Mauzac, der Sonne und Zeit braucht.