
Gougères, Kir Royal
Essen & Anlass
Gougères sind der klassische Begleiter, wenn im Burgund ein Glas Crémant eingeschenkt wird. Der Brandteig mit Gruyère oder Comté kommt warm und luftig auf den Tisch, innen weich, außen knusprig. Das Fett und das Salz des Käses fängt die lebhafte Säure des Crémants auf, und die Perlen räumen den Gaumen für den nächsten Bissen frei.
Auch Jambon persillé gehört zur burgundischen Tafel, ein Schinken in Petersiliengelee, der kalt aufgeschnitten wird. Die Frische der Kräuter und die Kühle des Gelees vertragen sich mit Brut besser als mit einem schweren Rotwein. Zu Époisses, dem kräftig riechenden Rotschmierkäse, greift man lieber zu einem Rosé aus Pinot noir, dessen Frucht die Würze abfedert.
Daneben gibt es den Kir Royal, der in der Region mit Crémant de Bourgogne statt Champagner gemacht wird. Ein Schuss Crème de Cassis, der Likör aus schwarzen Johannisbeeren, färbt den Wein rosa und mildert die Säure. Der Name erinnert an Félix Kir, einen Bürgermeister von Dijon, der den Aperitif bekannt gemacht haben soll. Für diese Mischung braucht man keinen Spitzen-Crémant, ein einfacher Brut genügt.
Im Januar feiern die Winzer den Saint-Vincent Tournante, ein Weinfest zu Ehren ihres Schutzpatrons, das von Jahr zu Jahr in ein anderes Dorf zieht. Dort fließt Crémant zu Würstchen, Käse und Brot, ganz ohne Aufwand. Auch zu Hochzeiten und Taufen im Burgund gehört er zum Anstoßen.
Wer zu Hause kochen will, bleibt am besten bei leichten Gerichten: Fisch, Geflügel, Salat mit Ziegenkäse oder ein Käsegratin. Süße Nachspeisen verlangen nach einem halbtrockenen Crémant, denn ein Brut wirkt neben Zucker sauer.