
Drei Hänge
Rebsorten
Aus welchen Rebsorten besteht Champagner aus Épernay? Praktisch aus dreien: Chardonnay, Pinot noir und Meunier. Zugelassen sind acht Hauptsorten, darunter Arbane, Petit Meslier, Pinot blanc und Pinot gris, doch den Geschmack bestimmen in der Regel die drei bekannten.
Jede Sorte hat ihre Gegend. Chardonnay wächst vor allem in der Côte des Blancs südlich der Stadt, auf Kreide, und bringt Zitrus, weiße Blüte und eine straffe Säure. Pinot noir steht an den Hängen um Aÿ und auf der Montagne de Reims. Seine Trauben sind rot, der Saft ist hell, und der Wein liefert Körper und rote Frucht.
Meunier ist die Sorte der Vallée de la Marne. Sie treibt spät aus und leidet deshalb weniger unter Frühjahrsfrost, außerdem reift sie früh. Ihr Wein ist rund und fruchtig, er macht die Cuvée früh zugänglich. Wer Meunier kennt, kennt den Schwarzriesling aus Deutschland: Es ist dieselbe Rebe unter anderem Namen.
Jedes Haus gewichtet anders. Perrier-Jouët gilt als Haus mit viel Chardonnay in der Cuvée. Pol Roger mischt seinen Brut Réserve nach Handelsangaben ungefähr zu je einem Drittel aus den drei Sorten, wobei sich die Anteile von Jahr zu Jahr verschieben.
Dass es so wenige Sorten sind, hat einen Grund. Chardonnay bringt Säure und Zartheit, Pinot noir Struktur, Meunier Fruchtigkeit. Zusammen ergeben sie mehr als einzeln, und der Kellermeister hat drei Stellschrauben, um den Stil eines Hauses Jahr für Jahr gleich zu halten.