
Kreide, Nord, Süd
Boden & Klima
Unter den Reben der Montagne liegt Kreide, doch die Hänge schauen in zwei Himmelsrichtungen, und das prägt den Wein. Verzy und Verzenay stehen auf Nordhängen, Bouzy und Ambonnay blicken nach Süden. Aus dem Süden kommen nach Aussage der Fachpresse die Weine mit üppigerer Rotfrucht, aus dem Norden schlankere, säurebetontere und straffere.
Die Champagne liegt an der kühlen Grenze des Weinbaus. Pinot noir reift hier spät und sammelt in manchen Jahren wenig Zucker, behält dafür aber seine Säure. Genau die braucht ein Schaumwein, der Jahre auf der Hefe liegt und am Ende mit einer Dosage abgerundet wird.
Oberhalb der Reben beginnt der Wald, der dem Höhenzug sein dunkles Dach gibt. Bei Verzy wachsen die Faux de Verzy, verdrehte, knorrige Buchen, die unter Schutz stehen. Über Verzenay erhebt sich eine restaurierte Windmühle mitten in den Weinbergen, von der man auf den Leuchtturm der Gemeinde blickt.
Im Berg verläuft die zweite Landschaft des Weins. In Mailly gruben die Winzer ihre Kreidekeller zwischen 1929 und 1965 von Hand, nach Angaben des Hauses ziehen sie sich heute über sieben Etagen und rund einen Kilometer. Dort ändert sich die Temperatur kaum, und die Flaschen liegen ruhig auf ihrer Hefe.
Mailly zählt nach Angaben des Hauses 35 benannte Einzellagen, Lieux-dits, auf etwa 70 Hektar, die meisten nach Norden ausgerichtet. Rechtlich zählt die einzelne Lage nicht, die Einstufung gilt für die ganze Gemeinde. Dass eine einzige Parzelle trotzdem einen eigenen Wein tragen kann, zeigt Krug mit dem Clos d’Ambonnay: 0,68 Hektar, von einer Mauer umgeben, bepflanzt nur mit Pinot noir.