
Pinot noir vorn
Rebsorten
Pinot noir gibt der Montagne ihr Profil. Die blaue Traube bringt Körper, Struktur und eine Frucht, die an Kirsche und rote Johannisbeere erinnert. In Bouzy und Ambonnay fällt sie runder aus, auf den Nordhängen straffer. Dass Pinot noir hier so verbreitet ist, hat mit der Lage zu tun: Die Kreide gibt ihm Struktur, die Kühle bremst die Reife und hält die Frucht frisch. Für Schaumwein wird er früh gelesen, bevor die Frucht marmeladig wird, denn der Grundwein soll eher schlank als schwer sein.
Der Rahmen der Appellation ist weit. Erlaubt sind acht Hauptsorten, darunter Arbane, Petit Meslier, Pinot blanc und Pinot gris, seit 2022 dazu die Anpassungssorte Voltis. An der Montagne zählen im Alltag aber drei: Pinot noir, Chardonnay und Meunier.
Wie das Mischungsverhältnis aussehen kann, nennt die Genossenschaft von Mailly: nach Angaben des Hauses 75 Prozent Pinot noir und 25 Prozent Chardonnay. Der weiße Anteil bringt Zitrus und Frische in einen Wein, der sonst ganz auf rote Frucht und Kraft gebaut wäre.
Meunier tritt hier hinter dem Pinot noir zurück, ihr Schwerpunkt liegt im Marnetal. Wo sie steht, liefert sie früh reife, weiche Frucht, die Cuvées zugänglicher macht.
Aus Bouzy kommt außerdem ein Stillwein, der Bouzy Rouge. Rote Trauben ergeben dort einen Rotwein der Appellation Coteaux Champenois, und der ist kein Champagner, denn Champagner ist immer weiß oder rosé. Manche Häuser setzen solchen Rotwein ein, um einem Rosé seine Farbe zu geben.
Wer in Deutschland Spätburgunder kennt, kennt dieselbe Sorte, nur unter anderem Namen. Im kühlen Klima der Champagne gibt sie weniger Zucker und mehr Säure, und deshalb schmeckt sie hier nach Beeren, nicht nach Marmelade.