
Höhe und Mergel
Boden & Klima
Die Weinberge der Alta Langa liegen höher als die meisten Lagen ihrer Nachbarn, laut Konsortium durchgehend über 250 Metern. Wer von Alba aus das Tal des Tanaro verlässt und hinauffährt, merkt es schon an der Luft. Das klingt nach wenig, macht am Hang aber einen spürbaren Unterschied: Die Nächte sind kühl, die Trauben reifen langsamer und behalten ihre Säure. Außerdem zieht an den Kämmen ständig Luft, die die Beeren nach Regen schneller trocknet und die Hitze der Ebene fernhält.
Genau diese Säure braucht ein Schaumwein. Pinot nero und Chardonnay sollen hier nicht möglichst viel Zucker und Alkohol sammeln, sondern Frische, denn der fertige Wein liegt mindestens 30 Monate auf der Hefe und braucht ein Gerüst, das so lange trägt. In warmen Sommern ist das in Piemont keine Selbstverständlichkeit, deshalb suchen die Winzer bewusst die höheren Hügel.
Der Untergrund besteht aus kalkhaltigen Mergeln und Sandsteinen, abgelagert in einem Meer, das hier vor Millionen Jahren stand. Mergel ist ein Gemisch aus Ton und Kalk. Es speichert Wasser und versorgt die Reben auch in trockenen Wochen, während der Kalk dem Wein Straffheit und eine feine, mineralische Note mitgeben soll.
Die Regeln der DOCG verlangen mindestens 4.000 Rebstöcke je Hektar und begrenzen den Ertrag auf 11 Tonnen je Hektar. Gelesen wird ausschließlich von Hand. Die Trauben kommen in kleinen, durchlöcherten Kisten ins Haus, damit die Beeren heil bleiben und nicht unter dem eigenen Gewicht zerdrückt werden.
Ein gemeinsames Kreidegewölbe wie in der Champagne gibt es hier nicht. Wo die Flaschen reifen, entscheidet jedes Haus selbst. Contratto lagert nach eigener Darstellung in historischen Kellern, die ins Tuffgestein gegraben wurden, andere Betriebe nutzen moderne, temperierte Räume.