
Zwei Burgunder
Rebsorten
Welche Trauben stecken in der Alta Langa? Zwei: Pinot nero, auf Deutsch Spätburgunder, und Chardonnay. Das Regelwerk verlangt, dass sie zusammen 90 bis 100 Prozent der Cuvée ausmachen, und die Häuser setzen sie allein oder gemischt ein. Rote Rebsorten wie Pinot nero sind in Piemont zwar zu Hause, doch hier dienen sie dem Schaumwein und nicht dem Rotwein.
Pinot nero ist eine rote Traube mit hellem Saft. Wird sie sanft gepresst und die Schale schnell entfernt, entsteht ein weißer Grundwein, den man Blanc de Noirs nennt, wörtlich Weißer aus Schwarzen. Er bringt Körper, Kirsche und Erdbeere und wirkt breiter als ein reiner Chardonnay. Fontanafredda füllt einen solchen Wein als Vigna Gatinera Blanc de Noirs Riserva ab, Contratto einen als Blanc de Noirs „For England“.
Chardonnay liefert Zitrus, grünen Apfel und die Spannung, die ein langes Hefelager übersteht. Reiner Chardonnay als Blanc de Blancs, Weißer aus Weißen, ist ebenfalls üblich, so bei Contratto mit seinem Blanc de Blancs Pas Dosé.
Warum nur diese zwei? Die Burgunderrebsen mögen es kühl, und in der Höhe der Alta Langa finden sie, was ihnen in den wärmeren Lagen darunter fehlt. Dort würden beide schnell zu viel Zucker und zu wenig Säure sammeln. Ihre Aromen verbinden sich außerdem gut mit der Hefe und bilden beim langen Lager Brioche und Haselnuss aus.
Auch der Rosé besteht aus diesen beiden Sorten, zu mindestens 90 Prozent. Er verdankt seine Farbe dem Pinot nero. Enrico Serafino nennt seinen Zero Rosé de Saignée: Dabei läuft nach kurzem Kontakt mit den Schalen ein Teil des rosa gefärbten Saftes ab und wird allein vergoren.