
Hügel, Schule, Schutz
Region & Geschichte
Conegliano Valdobbiadene Prosecco Superiore ist der Prosecco aus den Hügeln der Provinz Treviso, geschützt als DOCG, die höchste italienische Herkunftsstufe. Fünfzehn Gemeinden gehören dazu, von Conegliano im Osten bis Valdobbiadene im Westen. Dazwischen verläuft die Strada del Prosecco, eine Weinstraße durch Rebhänge und Dörfer.
Das Handwerk beginnt hier im 19. Jahrhundert. Nach Angaben des Hauses gründete Antonio Carpenè 1868 in Conegliano die Kellerei Carpenè Malvolti und machte aus den Trauben der Hügel Schaumwein. 1876 rief er gemeinsam mit Giovanni Battista Cerletti die Königliche Schule für Weinbau und Önologie ins Leben, die erste ihrer Art in Italien. In Valdobbiadene sitzt das Haus Mionetto, das seit Mai 2008 zu Henkell Freixenet gehört.
Der Herkunftsschutz kam in Stufen: 1969 die DOC, 2009 die DOCG. Die Weinreise-Region Venetien erzählt, wie es zur DOCG kam. Was sie hier bedeutet, ist klar umrissen: Die Trauben müssen aus den Hügeln der fünfzehn Gemeinden stammen, nicht aus der Ebene davor. Auf dem Etikett erkennst du diese Herkunft am vollen Namen Conegliano Valdobbiadene, ein schlichter Prosecco DOC trägt ihn nicht.
Die Fläche ist klein, die Zahl der Beteiligten groß. 2024 zählte das Konsortium nach eigenen Angaben 8.665 Hektar Reben, 3.262 Betriebe, die Trauben anbauen, 427 Weinbereiter und 217 Schaumweinhäuser, die den Wein abfüllen. Das macht im Schnitt gut zweieinhalb Hektar je Anbaubetrieb. Die meisten Anbaubetriebe machen selbst keinen Schaumwein, sondern liefern Trauben oder Wein weiter. 2023 kamen knapp 92 Millionen Flaschen auf den Markt.
2019 nahm die UNESCO die Colline del Prosecco di Conegliano e Valdobbiadene in die Welterbeliste auf. Geschützt wird damit kein Wein, sondern eine Landschaft aus schmalen Hügelrücken, Grasterrassen und kleinen Parzellen, die über Jahrhunderte gewachsen ist.