
Hogback und Terrassen
Boden & Klima
Zwischen Conegliano und Valdobbiadene liegen die Hügel wie Wellen hintereinander, jeder Kamm schmal und steil, dazwischen enge Täler. Die UNESCO nennt diese Form Hogback, Schweinsrücken. Im Norden stehen die Voralpen, im Süden öffnet sich die Ebene bis zur Adria.
Der Boden ist Meeresgrund von einst. Mergel, Sandstein und Konglomerat, abgelagert in Millionen Jahren, bilden den Untergrund. Wo mehr Ton liegt, wird der Boden schwer und hält Wasser, wo Sand überwiegt, ist er leichter und trocknet schneller ab. Dieser Wechsel zeigt sich oft schon auf einem einzigen Hang von Parzelle zu Parzelle, und genau deshalb gibt es die Rive, einzeln benannte Lagen.
Für Schaumwein zählt die Säure, und die schenkt das Klima. Auf den Höhen kühlen die Nächte deutlich ab, die Trauben reifen langsam und behalten ihre Frische. Hänge nach Süden bekommen mehr Sonne und liefern vollere Trauben, schattigere Lagen bleiben schlanker. Für den Wein heißt das: hellere Frucht, mäßiger Alkohol und eine Frische, die der Keller später nur bewahren, nicht erzeugen kann.
Seit dem 17. Jahrhundert formen die Winzer die Hänge zu ciglioni, schmalen Grasstreifen, die den Höhenlinien folgen. Das Gras hält die Erde bei Starkregen fest, die Stufen leiten das Wasser ab. Die Rebzeilen laufen im Wechsel parallel und senkrecht zum Hang, und von oben ergibt das ein Schachbrett.
Für die steilsten Stücke gilt der Begriff heroischer Weinbau: Maschinen kommen kaum hinauf, Laubarbeit und Lese sind Handarbeit. Die Lagen mit eigenem Namen heißen Rive, 43 gibt es, jede aus einer Gemeinde oder einem Ortsteil. Auf dem Etikett steht bei einer Rive der Name der Lage und der Jahrgang. Der Cartizze, etwa 107 Hektar rund um San Pietro di Barbozza, Santo Stefano und Saccol in Valdobbiadene, gilt als das Cru der Region.