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Region & Geschichte in der Region Franciacorta

Hügel am Iseosee

Region & Geschichte

Franciacorta ist der Schaumwein aus den Hügeln südlich des Iseosees, nicht weit von Brescia in der Lombardei, und er wird ausschließlich in der Flasche vergoren. Wer ihn für eine Art Prosecco hält, irrt: Hier gilt dasselbe aufwendige Verfahren wie in der Champagne, nur mit lombardischem Akzent.

Der Name geht vermutlich auf die „curtes francae“ zurück, mittelalterliche Höfe und Orte, die von Abgaben befreit waren. In den Ratsbüchern von Brescia taucht „Franzacurta“ schon 1277 auf, damals für Stillwein. Schaumwein kam erst im 20. Jahrhundert dazu.

Als Pionier gilt das Haus Guido Berlucchi mit seinem ersten Schaumwein von 1961; den Rest dieser Geschichte erzählt die Weinreise durch die Lombardei. Andere Familien setzten bald nach. Annamaria Clementi Zanella kaufte 1964 ein kleines Haus im Wald bei Erbusco, Ca’ del Bosco, und ihr Sohn Maurizio Zanella machte daraus ein Weingut, das die Region bis heute prägt. Vittorio Moretti, von Beruf Bauunternehmer, gründete 1977 Bellavista, nach Angaben des Hauses zunächst mit 3,5 Hektar.

Die Behörden zogen nach. 1967 bekam das Gebiet eine DOC, 1990 gründeten die Erzeuger ihr Konsortium, 1995 folgte die DOCG, die ausschließlich für Schaumwein gilt. Seit dem 1. August 2003 darf das Wort „DOCG“ auf dem Etikett fehlen. Auf vielen Flaschen steht deshalb nur „Franciacorta“, und mehr verlangt das Gesetz nicht. Damit ist die Region eine Besonderheit unter den italienischen Herkunftsweinen.

Heute gehören dem Konsortium über 120 Betriebe an, die Rebfläche liegt bei rund 3.000 Hektar. 2025 kamen nach den Zahlen des Konsortiums etwa 18,9 Millionen Flaschen auf den Markt. Der Export wuchs um 5,3 Prozent, während der Gesamtabsatz um ein Prozent sank, und Italien bleibt der wichtigste Markt.

Dazu im Lexikon

Franciacorta, Champagner und Prosecco im VergleichWie die Flaschengärung funktioniert
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