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Essen & Anlass in der Region Lambrusco

Fett braucht Schaum

Essen & Anlass

Zu Lambrusco passt in der Emilia, was fett und kräftig ist. Mortadella aus dem nahen Bologna, Salami und Schinken verlangen nach Säure und Perlage, die den Gaumen zwischen den Bissen wieder frisch machen. Was auf dem Tisch liegt, bestimmt das Glas: je schwerer der Teller, desto mehr Schaum und Säure braucht der Wein, um dagegenzuhalten.

Gnocco fritto ist ein in Fett ausgebackener Teig, der heiß und aufgebläht zu Wurst und weichem Käse auf den Tisch kommt. Das Frittierfett verlangt nach Kohlensäure, die den Mund reinigt, und nach Säure, die es löst. Ein stiller, schwerer Rotwein wäre dafür zu träge.

Der Parmigiano Reggiano kommt unter anderem aus den Provinzen Modena und Reggio Emilia. Seine Salznote und die körnige Struktur vertragen den Säurezug eines Sorbara, während ein kräftiger Grasparossa auch zu lange gereiftem Käse passt.

Tigelle, kleine runde Fladenbrote aus dem Modeneser Apennin, werden warm aufgeschnitten und mit Wurst, Käse oder einem Pesto aus Speck gefüllt. Gerade weil dieses Essen mit den Fingern und im Stehen gegessen wird, kommt ein Wein gut an, der frisch und nicht zu schwer ist: ein junger Lambrusco di Sorbara, leicht gekühlt.

Zampone und Cotechino sind gekochte Schweinewürste aus Modena, der Zampone steckt im ausgelösten Schweinefuß. Traditionell kommen sie zum Jahreswechsel mit Linsen auf den Tisch. Die gelatinehaltige Fülle und die Gewürze brauchen einen Wein mit Körper und Gerbstoff, ein Lambrusco Grasparossa liefert beides.

In der Emilia gehört der Lambrusco meist an den Tisch, weniger in die Sektschale zum Anstoßen. Er begleitet das Sonntagsessen und die langen Mahlzeiten an Feiertagen. Wer ihn zu Hause einsetzt, öffnet ihn zum Essen und lässt ihn nicht lange vorher stehen.

Dazu im Lexikon

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