
Violetter Schaum
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Im Glas sieht Lambrusco anders aus als jeder weiße Schaumwein. Der Wein ist dunkelrot bis violett, der Schaum rosa oder purpurn, im Duft stehen wilde Veilchen und Brombeeren. Das ist das Bild, das einen roten Schaumwein von einem weißen trennt, und es hängt an den Schalen der Trauben. Ein Sorbara ist heller und wirkt fast wie ein dunkler Rosé, ein Grasparossa dagegen fast undurchsichtig.
Zwei Häuser zeigen die Spanne. Der Lambrusco di Sorbara Vecchia Modena von Cleto Chiarli steht für die helle, säurebetonte Seite der Familie. Der Concerto von Medici Ermete aus der DOC Reggiano ist ein Beispiel aus der Nachbarprovinz Reggio Emilia. Ein Grasparossa dagegen zeigt mehr Gerbstoff und Körper, er hält sich auch neben kräftigem Essen.
Zum Probieren eignet sich eine Tulpe, also ein Glas, das sich nach oben leicht verjüngt. Sie sammelt den Duft und lässt die Perlage lang aufsteigen. Eine flache Schale lässt die Kohlensäure schnell verfliegen, ein großes Rotweinglas verschluckt sie. Ein Glas mit Stiel hält die Hand fern vom Wein und damit die Kälte länger im Glas.
Gekühlt schmeckt Lambrusco am besten. Üblich sind etwa 10 bis 12 Grad: Zu kalt versteckt sich die Frucht, zu warm wirkt der Schaum grob und der Zucker dominiert.
Beim Öffnen hältst du die Flasche schräg, den Korken fest in der Hand, und drehst die Flasche, nicht den Korken. So entweicht die Kohlensäure leise und der Schaum bleibt im Glas. Der Schaum steigt bei Lambrusco kräftig auf, ein Einschenken in zwei Zügen beruhigt ihn. Bei Weinen mit Satz entscheidet der Geschmack: Wer ihn klar mag, lässt die Flasche ruhig stehen und gießt vorsichtig ein. Wer ihn cremiger mag, dreht sie vorher einmal um.