
Glera und Gefolge
Rebsorten
Zu mindestens 85 Prozent steckt Glera in jeder Flasche Prosecco DOC. Prosecco ist die Herkunft, Glera die Traube. Der Rest darf von Begleitern kommen: Verdiso, Bianchetta Trevigiana, Perera und Glera lunga, alten Sorten der Gegend, dazu Chardonnay, Pinot bianco, Pinot grigio und Pinot nero, sofern Letzterer weiß gekeltert wird.
Glera ist eine kräftige Sorte. Sie treibt stark, bildet lange, lockere Trauben und reift spät. Im Glas bringt sie keine schweren Aromen mit, sondern etwas Leises: grünen Apfel, Birne, ein wenig Zitrus und Akazienblüte. Gerade diese Zurückhaltung macht sie für den Tank brauchbar, denn bei der zweiten Gärung geht von diesen zarten Tönen wenig verloren.
Die Säure ist das zweite Argument. Glera behält sie auch in warmen Jahren recht gut, wenn man rechtzeitig liest, und ein Schaumwein ohne lange Hefereifung und ohne Holz braucht diese Frische. Der Alkohol des Grundweins darf dabei niedriger liegen als bei anderen Qualitätsschaumweinen: Für Prosecco gilt im EU-Recht eine Ausnahme, die 8,5 Prozent Gesamtalkohol der Cuvée genügen lässt, sonst sind es 9.
Seit 2020 gehört zur DOC auch eine rosa Linie. Prosecco DOC Rosé besteht aus Glera mit 10 bis 15 Prozent Pinot nero. Die Rotweintraube liefert Farbe und eine Spur roter Beeren. Diesen Wein gibt es nur als Millesimato, also als Jahrgangswein, dessen Trauben zu mindestens 85 Prozent aus dem angegebenen Jahr stammen.
Auch der Asolo Prosecco Superiore ist ein Glera-Wein. Der Unterschied zur großen DOC liegt nicht in der Sorte, sondern in der Lage der Hügel rund um Asolo und in den engeren Regeln. Das Etikett verrät es: Steht Asolo darauf, stammen die Trauben aus den Hügeln um den Ort, steht nur Prosecco darauf, können sie aus einer der neun Provinzen kommen.