
Friture und Feste
Essen & Anlass
Was isst man zu Crémant? In Luxemburg zuerst Fisch aus der Mosel, in Mehl oder Teig frittiert, als Friture in Orten wie Remich oder Schengen am Fluss. Fett und Salz des Frittierten und die lebhafte Säure des Crémants passen zusammen, weil die Kohlensäure den Gaumen wieder frisch macht.
Das Nationalgericht Judd mat Gaardebounen ist geräucherter Schweinenacken mit dicken Bohnen in Rahmsoße, meist mit Salzkartoffeln. Zu einem so kräftigen Teller braucht es einen Crémant mit Körper, etwa einen Auxerrois-Brut oder einen Jahrgang mit langem Hefelager.
Leichter sind Gromperekichelcher, die knusprigen Kartoffelpuffer, die man auf Jahrmärkten wie der Schueberfouer kauft, und Bouneschlupp, die Suppe aus grünen Bohnen. Zum Frittierten passt ein Brut, zur Suppe ein Crémant mit mildem Auxerrois-Charakter.
Aus Luxemburg stammt auch die Rieslingspaschtéit, eine Fleischpastete im Teig mit Rieslinggelee, die meist kalt gegessen wird. Zum Nachtisch passt zur Quetschentaart, der Zwetschgentarte, ein Extra Dry, denn seine 12 bis 17 g/l Zucker halten dem süßen Obst stand, wo ein Brut dünn wirken würde.
Crémant begleitet in Luxemburg die Feste. Am 23. Juni, dem Nationalfeiertag, wird im ganzen Land gefeiert, und im Herbst folgen die Winzerfeste an der Mosel. Zum 30. Jahrestag des Crémants 2021 schrieb eine Luxemburger Zeitung, er begieße die Feste seit dreißig Jahren.
Wer ein Menü plant, kann mit einem Brut beginnen, zum Fisch oder Hauptgang einen Crémant mit Körper einschenken und zum Dessert einen Extra Dry wählen. Entlang der Mosel von Schengen bis Wasserbillig reihen sich Remerschen, Stadtbredimus, Wormeldange und Grevenmacher aneinander; dort stehen Keller, in denen Crémant entsteht.