
Welsch und Rot
Rebsorten
Ist Welschriesling dasselbe wie Riesling? Nein, die beiden sind nicht verwandt, auch wenn der Name es nahelegt. Der Welschriesling bringt hohe Säure und eine zurückhaltende, an grüne Äpfel erinnernde Frucht mit. Im Gebiet Neusiedlersee ist er neben dem Zweigelt die wichtigste Rebsorte des ganzen Landstrichs.
Für Sekt ist diese Zurückhaltung ein Vorteil, weil die Säure eine lange Zeit auf der Hefe trägt und die schlichte Frucht dem Hefearoma Raum lässt, sich zu zeigen. Sortenreiner Welschriesling ist deshalb eine naheliegende Wahl für die Grundweine im Burgenland, besonders dort, wo der Sekt jung und frisch getrunken werden soll.
Dazu kommen die Burgundersorten, die im Neusiedlersee-Hügelland gut gedeihen. Weißburgunder und Chardonnay liefern Körper und feine Frucht, Pinot Noir steuert die rote Farbe für Rosé bei. Szigeti in Gols füllt neben Burgundersekt auch einen Traminer Brut und einen Pinot-Noir-Rosé ab, die Sortenvielfalt ist dort also Programm.
Das eigentlich burgenländische Merkmal sind die roten Landessorten. Zweigelt, St. Laurent und Blaufränkisch kommen in Rosé-Sekten vor, und das ist hier keine Spielerei. Ein Rosé von Schlumberger nennt Zweigelt, Pinot Noir und St. Laurent aus dem Burgenland, Weingut Esterházy füllt einen Sekt aus Blaufränkisch ab, auch als Rosé, und Erich Sattler einen Rosé aus St. Laurent.
Erlaubt sind für Sekt g.U. die Qualitätsweinsorten Österreichs, die Herkunftseinheit ist dabei das Bundesland. Wer also einen burgenländischen Sekt aus Blaufränkisch öffnet, hält keinen Sonderfall in der Hand, sondern ein Beispiel für das, was die Regel ausdrücklich zulässt.