
Schnitzel und Ballsaison
Essen & Anlass
Zum Wiener Schnitzel schmeckt ein trockener Sekt besser als mancher Weißwein. Die knusprige Panade ist fettig, die Kohlensäure hebt dieses Fett vom Gaumen, und die Säure des Sekts wirkt wie ein Spritzer Zitrone. Dasselbe gilt für ein Backhendl, bei dem der Sekt die goldene Hülle begleitet, ohne das zarte Fleisch zu übertönen.
Auch Tafelspitz mit Apfelkren findet im Sekt einen guten Partner. Der Kren, der Meerrettich, bringt Schärfe mit, die ein frischer Welschriesling-Sekt dämpft. Eine Reserve mit viel Hefetiefe passt dagegen zum Rindfleisch, weil ihre nussigen Töne zur Brühe und zum Fleisch stehen.
Bei den Süßspeisen gilt eine einfache Regel: Der Sekt sollte nicht weniger süß sein als der Nachtisch, sonst wirkt er sauer. Zu einem Marillenknödel oder Kaiserschmarrn passen deshalb Extra Dry oder trocken besser als Brut. Zur Sachertorte mit ihrer dunklen Schokolade greift man lieber zu einem Rosé-Sekt.
Die Anlässe sind in Wien zahlreich. Das Sektfrühstück gehört zum Sonntag, und in der Wiener Ballsaison, die im Winter ihren Höhepunkt hat, ist ein Glas Sekt in der Pause üblich. Am 22. Oktober feiert man den Tag des österreichischen Sekts, an dem Schlumberger Besucher in die Keller von Heiligenstadt einlädt.
Wichtig bleibt das Maß: Sekt ist ein Getränk zum Essen und zum Anstoßen, kein Durstlöscher. Ein Glas zu einer guten Mahlzeit schmeckt besser und bekommt besser als drei hintereinander. Wer zum Schnitzel anstößt, trinkt langsam und lässt sich Zeit, und wer danach noch fahren muss, lässt das Glas ohnehin stehen.