
Erste Herkunft Portugals
Region & Geschichte
Wie kam Portugal zu seinem ersten Schaumwein mit geschützter Herkunft? Távora-Varosa, ein Hochland zwischen dem Douro und dem Dão, wurde am 15. November 1989 als DOC anerkannt, also als kontrollierte Herkunftsbezeichnung. Die vorläufigen Namen Encostas da Nave und Varosa gingen dabei im neuen Namen auf. Im Mittelpunkt stand von Anfang an der Espumante, wie der Schaumwein auf Portugiesisch heißt.
Die Vorgeschichte reicht weiter zurück. Der Überlieferung nach machten schon im 17. Jahrhundert Zisterziensermönche des Klosters São João de Tarouca aus den Bergweinbergen der Beiras einen schäumenden Wein. Die Erinnerung daran lebt im Namen Terras de Cister fort, dem Land der Zisterzienser, unter dem in der Gegend auch Landwein verkauft wird.
Heute prägen zwei Kellereien das Bild. Raposeira, benannt nach einem Ort bei Lamego, und Murganheira bei Tarouca bilden den Kern der Erzeugung. Murganheira nennt für sich mehr als sechzig Jahre Firmengeschichte, 30 Hektar eigene Reben und Vertragswinzer auf über 1000 Hektar. Raposeira gehört nach Angaben des Hauses zur selben Gruppe.
Was die Herkunft vom Schaumwein verlangt, ist klar umrissen: klassische Flaschengärung, die zweite Gärung also in genau der Flasche, die später im Regal steht. Mindestens neun Monate muss der Wein reifen, bevor er verkauft werden darf. Damit liegt die Region beim Mindestmaß, das die EU für das traditionelle Verfahren vorgibt.
Die Region gilt als die kleinste unter Portugals Schaumweingebieten, und das ist ihr Vorteil: Sie hat einen eigenen Auftritt. Wer Portugals Schaumwein sucht, landet meist auch in der Bairrada im Westen. Távora-Varosa setzt dagegen auf Höhe, Granit und die klösterliche Vorgeschichte.