
Granit und Höhe
Boden & Klima
Auf Granit wächst in Távora-Varosa der Grundwein für den Schaumwein. Das Gestein verwittert zu sandigem, nährstoffarmem Boden, in dem die Wurzeln tief suchen müssen und nur wenige, kleine Beeren reifen. Hier und da mischt sich Schiefer in den Untergrund.
Wichtiger als der Boden ist die Höhe. Die Weinberge liegen auf 500 bis 800 Metern, nach anderen Angaben bis 900 Meter, in einem hoch gelegenen Tal zwischen Douro und Dão. Unten im Douro ist es deutlich wärmer; hier oben bleiben die Nächte auch im Sommer kühl, und die Trauben reifen langsamer.
Kühle bedeutet Säure, und Säure braucht ein Schaumwein. Die Fruchtsäure gibt dem fertigen Wein seine Frische und trägt ihn durch Monate auf der Hefe, ohne dass er schwer wird. Außerdem müssen die Trauben nicht übermäßig viel Zucker sammeln, denn die zweite Gärung in der Flasche hebt den Alkohol ohnehin noch an, nach EU-Recht um höchstens 1,5 % vol.
Das Wetter bestimmt hier den Lesetermin. In kühlen Jahren beginnt die Lese spät, in warmen früh; entscheidend ist der Moment, in dem Zucker und Säure im Gleichgewicht stehen. Für Schaumwein wird eher früh gelesen, damit die Säure bleibt.
Auch der Keller arbeitet mit dem Stein. Murganheira lagert nach Angaben des Hauses mehr als eine Million Flaschen in Kellern aus blauem Granit, in denen die Temperatur gleich bleibt. Gleichmäßige Kühle ist für die Hefelagerung der Idealfall, denn bei schwankender Wärme altert der Wein unruhig.
So entsteht ein eigenes Bild: Granit statt Kreide, Hochland statt Küstennähe. Die Weine schmecken dadurch eher straff und frisch als weich und rund.