
Kap-Anfänge 1971
Region & Geschichte
Cap Classique heißt der südafrikanische Schaumwein mit Flaschengärung, und seine Geschichte beginnt 1971 in Stellenbosch. Dort brachte Frans Malan auf dem Weingut Simonsig den ersten Jahrgang des Kaapse Vonkel heraus, auf Deutsch etwa „Kap-Funkeln“.
Malan hatte die Champagne besucht und war überzeugt, dass sich auch am Kap ein trockener Schaumwein nach französischem Vorbild machen ließ. Das war ungewöhnlich, denn die meisten Schaumweine des Landes waren damals süß und mit zugesetzter Kohlensäure aufgeperlt. Wer in der Flasche vergären wollte, ging einen eigenen Weg.
Aus dem Alleingang wurde eine Bewegung. 1992 schlossen sich Erzeuger zur Cap Classique Producers Association zusammen, kurz CCPA, und mit ihr kam der Name Méthode Cap Classique, abgekürzt MCC. Er ist keine Herkunftsangabe wie Champagne, sondern bezeichnet ein Verfahren: Die zweite Gärung läuft in der Flasche, und der Verband legt die Regeln dafür fest.
Eine dieser Regeln hat sich geändert. Seit dem Jahrgang 2019 muss ein Cap Classique mindestens zwölf Monate auf der Hefe liegen, vorher genügten neun. Der Verband hob die Grenze selbst an, ohne dass ein Staat es vorschrieb.
Der zweite Schauplatz dieser Reise ist Robertson, ein Weinbaugebiet am Breede-Fluss, gut zwei Autostunden östlich von Kapstadt. Dort kaufte der Unternehmer Graham Beck 1983 das Gut Madeba. Nach Angaben des Hauses setzte er von Anfang an auf Schaumwein nach der traditionellen Methode und feierte 2023 vierzig Jahre Cap Classique.
Weil der Name ein Verfahren beschreibt und kein Gebiet, kann er auf Flaschen aus ganz verschiedenen Regionen stehen. Stellenbosch, 1679 gegründet und heute eine Universitätsstadt, und Robertson zeigen zwei Seiten davon: die Wiege am Berg und das Kalktal am Fluss.