Gustofolio
WissensweltManufakturen
ErfassenSammlungGeschmackGenießenTeilen
Roadmap
WissensweltManufakturenErfassenSammlungGeschmackGenießenTeilenBeta-RoadmapKonto erstellen
AnmeldenKonto erstellen
GetränkelexikonLexikonWissensreiseReisenThemenweltenThemenAlle ArtikelArtikelCocktailrezepteCocktails
  1. Alle Reisen
  2. ›
  3. Schaumwein-Reise
  4. ›
  5. Sekt in Deutschland
  6. ›
  7. Kapitel 1 von 9
Kessler, Henkell, Rotkäppchen & Co.: Deutschlands Sektkellereien

Die alten Kellereien

Kessler, Henkell, Rotkäppchen & Co.: Deutschlands Sektkellereien

Die älteste noch bestehende Sektkellerei Deutschlands ist Kessler in Esslingen am Neckar, gegründet am 1. Juli 1826. Es folgten Henkell (1832), Söhnlein (1864), Rotkäppchen (1856 als Kloss & Foerster) und Schloss Wachenheim (1888). Eine Sektkellerei kauft meist Grundwein zu und macht daraus Sekt.

Welche ist die älteste Sektkellerei Deutschlands?

Georg Christian Kessler hatte vor seiner Rückkehr nach Württemberg bei Veuve Clicquot in Reims gearbeitet. Am 1. Juli 1826 gründete er mit Heinrich August Georgii in Esslingen am Neckar die Firma G. C. Kessler & Co. Sie gilt als älteste Sektkellerei Deutschlands, die bis heute besteht. Der Zusatz ist wichtig, denn ganz allein war Kessler nicht. In Naumburg an der Saale versuchte sich die Firma W. F. Bürger & Sohn schon 1824 an schäumendem Wein, im schlesischen Grünberg begann man ebenfalls 1826. Diese frühen Betriebe gibt es nicht mehr.

Kessler lagert seinen Sekt bis heute unter dem Speyrer Pfleghof in der Esslinger Altstadt. Die Kellerei überstand eine Insolvenz in den Jahren 2004 und 2005 und startete danach mit einem neuen Kreis von Gesellschaftern neu. Mit rund zwei Millionen Flaschen im Jahr ist sie heute klein im Vergleich zu den Konzernen, die den Markt beherrschen. Wie die Deutschen in der Champagne das Handwerk lernten, erzählt die Reise zur Geschichte des Schaumweins.

Sektkellereien am Rhein: Henkell, Söhnlein, Deinhard, Kupferberg

Am Rhein entstand im 19. Jahrhundert das Zentrum der deutschen Sektherstellung. Hier gab es Weinhändler mit Kapital, Häfen für den Versand und Grundwein aus Rheingau, Rheinhessen und von der Mosel. Adam Henkell gründete 1832 in Mainz eine Weinhandlung, aus der die Sektkellerei Henkell wurde. 1894 brachte sie die Marke Henkell Trocken heraus, 1909 zog das Haus in den prächtigen Bau in Wiesbaden-Biebrich um, wo es bis heute sitzt.

Gleich nebenan in Wiesbaden-Schierstein gründete Johann Jacob Söhnlein im Juli 1864 die Rheingauer Schaumweinfabrik. 1877 schloss Söhnlein einen Vertrag mit dem Fürsten von Metternich, dem Besitzer von Schloss Johannisberg, daraus entstand die Marke Fürst von Metternich. In Koblenz begann die Weinhandlung Deinhard, gegründet 1794, im Jahr 1843 mit eigenem Sekt. In Mainz arbeitet die Kellerei Kupferberg, in Eltville im Rheingau die Kellerei Matheus Müller, deren Kürzel MM bis heute als Marke lebt.

Rotkäppchen, Geldermann, Schloss Wachenheim: Kellereien abseits des Rheins

Die bekannteste Sektkellerei im Osten liegt in Freyburg an der Unstrut. Gegründet wurde sie 1856 als Kloss & Foerster, den Markennamen Rotkäppchen trägt ihr Sekt seit 1894. Aus diesem Betrieb wuchs nach der Wiedervereinigung der größte Sektkonzern des Landes, den die nächste Station vorstellt.

Im Südwesten sitzt die Sektkellerei Geldermann in Breisach am Kaiserstuhl. Ihre Wurzeln reichen nach Aÿ in die Champagne, wo der Aachener Peter-Joseph-Hubert Geldermann 1838 mit William Deutz das Haus Deutz & Geldermann gründete. Geldermann arbeitet ausschließlich mit traditioneller Flaschengärung. In der Pfalz entstand 1888 die Deutsche Schaumweinfabrik in Wachenheim, die heutige Schloss Wachenheim AG. Sie fusionierte 1996 mit der Sektkellerei Faber aus Trier und gehört heute zu den größten Schaumweinherstellern der Welt.

Was unterscheidet eine Sektkellerei von einem Sektgut?

Eine klassische Sektkellerei besitzt oft keine oder nur wenige eigene Weinberge. Sie kauft Grundwein ein, also den fertigen, noch stillen Wein, aus dem durch die zweite Gärung Sekt wird. Den Grundwein mischt sie zu einer Cuvée, einer Mischung mit gleichbleibendem Hausgeschmack. Ihre Kunst liegt im Verschneiden, im Vergären und im Abstimmen der Süße. Je nach Marke kommt der Grundwein aus Deutschland oder aus anderen EU-Ländern, das verrät erst die Herkunftsangabe auf dem Etikett.

Ein Weingut, das Sekt macht, geht den umgekehrten Weg: Es baut die Trauben selbst an, keltert sie und macht aus dem eigenen Wein Sekt, oft als Winzersekt mit Rebsorte und Jahrgang. Seit 1892 sind die Kellereien im Verband Deutscher Sektkellereien (VDS) organisiert, Kessler war Gründungsmitglied. Die Mitglieder stehen heute für rund 95 Prozent der Sektproduktion im Inland.

Kurz unterschieden

Sektkellerei
Kauft meist Grundwein zu, mischt eine Cuvée mit Hausstil und macht daraus Sekt; Herkunft der Trauben oft mehrere Gebiete oder Länder.
Winzersekt
Trauben und Weinbereitung aus einem Weingut, traditionelle Flaschengärung, Rebsorte und Jahrgang stehen auf dem Etikett.
Champagnerhaus
Kauft ebenfalls viele Trauben zu, darf aber nur Trauben aus der abgegrenzten Champagne verwenden.

Dazu im Lexikon

Sekt, Champagner, Prosecco im VergleichFlaschengärung erklärtRiesling
ZurückÜbersichtWeiterDie bekanntesten Sektmarken und wem sie gehören

Bilder mit KI erstellt · Texte KI-gestützt, redaktionell geprüft