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Wie viel Sekt trinken die Deutschen? Zahlen zum Sektkonsum

Konsum in Zahlen

Wie viel Sekt trinken die Deutschen? Zahlen zum Sektkonsum

Die Deutschen tranken 2024 im Schnitt 3,6 Liter Schaumwein pro Kopf, gerechnet auf Personen ab 16 Jahren, also knapp fünf Flaschen. Laut OIV war Deutschland 2018 mit 3,2 Millionen Hektolitern der größte Schaumweinmarkt der Welt nach Menge, rund 17 Prozent des weltweiten Verbrauchs.

Wie viel Sekt trinken die Deutschen pro Kopf?

Die bekannteste Zahl stammt vom Verband Deutscher Sektkellereien, der sich auf das Statistische Bundesamt stützt. Danach lag der Schaumweinkonsum 2024 bei 3,6 Litern je Person ab 16 Jahren. Bei einer Standardflasche von 0,75 Litern sind das knapp fünf Flaschen im Jahr. Darin steckt jeder Schaumwein, also neben deutschem Sekt auch Champagner, Cava, Crémant und Prosecco Spumante.

Ein Durchschnitt verdeckt natürlich, wie unterschiedlich getrunken wird. Viele Haushalte kaufen Sekt vor allem zu Silvester, Geburtstagen und Hochzeiten, andere gar nicht. Perlwein wie Prosecco Frizzante oder Secco zählt in der Steuerstatistik übrigens nicht als Schaumwein, weil er unter 3 bar Überdruck bleibt. Sein Verbrauch kommt in dieser Zahl also noch hinzu.

Ist Deutschland Sekt-Weltmeister?

Nach Menge ja, jedenfalls laut der letzten großen Schaumweinstudie der Internationalen Organisation für Rebe und Wein (OIV). Sie bezifferte den Weltkonsum 2018 auf 19 Millionen Hektoliter, das waren rund 8 Prozent des gesamten Weinkonsums. Deutschland lag mit 3,2 Millionen Hektolitern vorn, das entsprach etwa 17 Prozent. Frankreich und die USA folgten mit je 2,6 Millionen Hektolitern.

Ein Pro-Kopf-Weltrekord ist damit nicht belegt. Die Menge ergibt sich auch aus der Größe des Landes. Über den Pro-Kopf-Verbrauch anderer Länder liegen in unseren Quellen keine vergleichbaren Zahlen vor, deshalb bleibt es bei der Aussage: Deutschland ist der größte Schaumweinmarkt der Welt nach Menge, nicht nachweislich das Land mit den durstigsten Sekttrinkern.

Wie viele Flaschen Sekt werden in Deutschland verkauft?

Für die Kellereien selbst meldet der Verband Deutscher Sektkellereien rund 203 Millionen Flaschen Sekt aus deutscher Produktion für Januar bis November 2025, 4,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl umfasst nur die Mitglieder, die allerdings rund 95 Prozent der Inlandsproduktion stellen.

Ein zweiter Blick kommt aus der Steuerstatistik. Laut Statistischem Bundesamt wurden 2025 rund 240,1 Millionen Liter Schaumwein im Inland versteuert, dazu gingen 41,4 Millionen Liter steuerfrei in den Export. In der versteuerten Menge stecken auch Importe wie Champagner, Cava und Prosecco Spumante. Der Absatz lag 2024 laut dieser Auswertung etwa 19,5 Prozent unter dem Wert von 2014. Der Trend zeigt also seit Jahren nach unten.

Warum passen Flaschen und Liter nicht zusammen? Die Zahlen messen Verschiedenes. Der Verband zählt Flaschen, die seine Mitglieder in Deutschland herstellen, gleich ob sie im Inland oder im Ausland verkauft werden, und ohne importierten Champagner oder Cava. Die Steuerstatistik zählt Liter, die in Deutschland versteuert in den Handel gehen, unabhängig davon, wo der Schaumwein entstanden ist. Exporte erscheinen dort getrennt, weil sie steuerfrei bleiben. Wer Zahlen zum Sektkonsum liest, sollte deshalb immer prüfen, ob von deutscher Produktion, vom Inlandsabsatz oder vom Verbrauch pro Kopf die Rede ist.

Alkoholfreier Sekt wächst gegen den Trend

Eine Kategorie legt dagegen zu. Alkoholfreie Alternativen kamen 2025 laut VDS auf 19,1 Millionen Flaschen, ein Plus von 9 Prozent. Meist entsteht dabei zuerst ein normaler Wein, dem der Alkohol schonend entzogen wird, danach wird Kohlensäure zugesetzt. Rechtlich ist das kein Sekt, denn Sekt ist ein Qualitätsschaumwein, dessen Kohlensäure aus der Gärung stammt und der mindestens 3,5 bar Überdruck hat.

Beim klassischen Sekt bleibt ein sachlicher Hinweis wichtig: Die Kohlensäure kann die Aufnahme von Alkohol ins Blut beschleunigen. Eine kleine Studie der Universität Surrey mit 12 Probanden fand 2003 nach fünf Minuten höhere Blutalkoholwerte bei perlendem als bei entgastem Champagner. Langsam und zum Essen getrunken, steigt der Blutalkohol weniger steil an, weil der Magen den Alkohol dann verzögert weitergibt.

Kurz unterschieden

Schaumwein
Mindestens 3 bar Überdruck; zählt in der Statistik, egal ob Sekt, Champagner, Cava oder Prosecco Spumante.
Perlwein
1 bis 2,5 bar, etwa Prosecco Frizzante oder Secco; ohne Sektkorken mit Agraffe zählt er nicht als Schaumwein.
Alkoholfreier Sekt
Entalkoholisierter Wein mit zugesetzter Kohlensäure; kein Sekt im Rechtssinn, aber stark wachsend.

Dazu im Lexikon

Alkoholfreier SektSekt, Champagner, Prosecco im VergleichWein zum Essen
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