
Schramsberg bis Chandon
Region & Geschichte
Wie kam der Schaumwein nach Kalifornien? Die Spur führt zuerst nach Schramsberg. Der deutsche Einwanderer Jacob Schram gründete dort 1862 ein Weingut an der Diamond Mountain bei Calistoga. Später verfiel das Anwesen, bis Jack und Jamie Davies es 1965 kauften, um einen amerikanischen Schaumwein nach Champagnerart zu machen. Ihr erster Blanc de Blancs stammt aus dem Jahrgang 1965.
Berühmt wurde das Haus durch einen Toast. Nach Angaben von Schramsberg stießen US-Präsident Richard Nixon und Chinas Premier Zhou Enlai im Februar 1972 in Peking mit einem Blanc de Blancs des Jahrgangs 1969 an. Es soll der erste amerikanische Wein bei einem solchen Staatsanlass gewesen sein, ob im Inland oder im Ausland.
Die Franzosen kamen kurz darauf. 1973 gründete Moët & Chandon im Napa Valley die Domaine Chandon in Yountville, den ersten französischen Schaumweinbetrieb im Tal. Das Champagnerhaus Mumm aus Reims probierte ab 1979 kalifornische Trauben aus, und der erste Jahrgang von Mumm Napa kam 1983 auf den Markt.
Ebenfalls 1983 wurde Los Carneros als Anbaugebiet anerkannt, als American Viticultural Area, kurz AVA. Sie reicht über die Grenze zwischen Napa County und Sonoma County. Die Gegend an der San Pablo Bay zog in den Achtzigern weitere Häuser an: Champagne Taittinger gründete 1987 die Domaine Carneros, auch Gloria Ferrer baute hier. Weiter nördlich, im Anderson Valley in Mendocino County, entstand 1982 das Roederer Estate.
Eine AVA nennt nur, woher die Trauben stammen. Über Verfahren oder Lagerzeit sagt sie nichts, anders als die Appellation Champagne. Los Carneros umfasst rund 15.000 Hektar, davon sind etwa 4.000 Hektar bepflanzt, und es gibt dort ungefähr 30 Kellereien.