
Tal der Pinots
Region & Geschichte
Wer wissen will, was Schaumwein aus Oregon ist, landet im Willamette Valley, einem langen Tal zwischen Küstengebirge und Cascade Range. Dort wachsen vor allem Pinot Noir und Chardonnay, dieselben Sorten wie in der Champagne. Rund hundert Betriebe füllen hier nach eigener Auskunft gegenüber dem Winzerverband Schaumwein ab, auch wenn das Tal vor allem für seinen stillen Pinot bekannt bleibt. Auch King Estate und Sweet Cheeks machen Schaumwein.
1987 gründeten Brian Croser und Rollin Soles das Weingut Argyle bei Dundee. Croser kam aus Australien und führte dort das Weingut Petaluma, wo Soles mit ihm gearbeitet hatte; Cal Knudsen stieß später dazu. Bekannt ist Argyle heute vor allem für seine Schaumweine. Schwer flockende Hefen, die Soles nach Angaben des Hauses vom Champagner-Komitee CIVC und von Bollinger bekam, halfen dabei, die Flaschen später sauber zu klären.
1997 folgten Tony und Michelle Soter, die auf ihrer Mineral Springs Ranch im Yamhill-Carlton-Gebiet Pinot Noir und Chardonnay anbauen. Das Haus bewirtschaftet das Land nach eigenen Angaben biodynamisch. Sein Mineral Springs Brut Rosé trägt den Ruf des Hauses.
Im April 2021 übernahm die Familie Bollinger das Weingut Ponzi Vineyards, das Dick und Nancy Ponzi Ende der 1960er-Jahre gegründet hatten. Nach Presseberichten war es die erste Investition des 1829 gegründeten Champagnerhauses außerhalb Frankreichs. Zum Kauf gehörten Weingut, Verkostungsraum und 35 Acres Reben, gut 14 Hektar; weitere 100 Acres behielt die Familie Ponzi und liefert die Trauben weiter.
Anders als bei den Crémants der EU schützt hier keine eigene Schaumweinregel den Namen. Das Willamette Valley und seine Unterzonen wie Yamhill-Carlton sind amerikanische Anbaugebiete, sogenannte AVAs, die nur die Herkunft der Trauben festlegen. Wie lange der Wein auf der Hefe liegt, entscheidet am Ende das Haus.