
Kühle Hügel
Boden & Klima
Kühle Nächte und Morgen machen das Willamette Valley zu einem Ort, an dem Schaumwein gelingt. Das Tal liegt zwischen Küstengebirge und Cascade Range; die Trauben behalten ihre Säure, auch wenn die Tage sonnig sind. Für Schaumwein liest man sie früh, bei geringerer Reife, damit der Wein frisch und straff bleibt.
Beim Boden unterscheidet man im Tal drei große Gruppen: vulkanisches Gestein, Ablagerungen aus einem alten Meer und Löss, ein vom Wind abgelagerter feiner Staub. Welche Gruppe unter den Reben liegt, färbt den Wein der Unterzonen unterschiedlich. Das erklärt, warum zwei Schaumweine aus demselben Tal so verschieden schmecken können, wenn ihre Reben auf anderem Grund stehen.
Kreide wie in der Champagne gibt es nicht. Argyle weist darauf hin, dass dem Tal der Kimmeridge-Kalk fehlt, jener Meeresboden aus der Jurazeit, der auch unter Chablis liegt. Dafür gebe es Stellen, an denen alter Meeresgrund an die Oberfläche gehoben wurde. Soter beschreibt den Untergrund der Mineral Springs Ranch bei Yamhill-Carlton ähnlich als uralten Meeresboden.
Im Hügelland rund um Dundee, wo Argyle liegt, überwiegt vulkanisches Gestein; im Yamhill-Carlton-Gebiet westlich davon liegen marine Ablagerungen. Hinzu kommt der Herbst: Gegen Ende der Lese bringt der Pazifik oft Regen ins Tal, ein weiterer Grund, die Trauben für Schaumwein lieber früh zu holen.
Einen ganz anderen Fall liefert New Mexico. Dort pflanzten Natalie und Laurent Gruet nach einem Besuch 1983 einen Versuchsweinberg mit Chardonnay und Pinot Noir bei Engle, etwa zehn Meilen von Truth or Consequences. Die Familie stammt aus Bethon in der Champagne, wo Gilbert Gruet sein Haus 1952 gegründet hatte; das Weingut in New Mexico gibt es seit 1984. Trockenes Land, weit vom Meer: Schaumwein im Champagner-Stil ohne Champagner-Klima.