Region & Geschichte in der Region Mendoza

Andenwasser und Pouget

Region & Geschichte

Wer heute durch Mendoza fährt, sieht endlose grüne Zeilen mitten in brauner Wüste, und genau dieser Gegensatz erzählt die ganze Geschichte der Stadt. Ohne die Anden gäbe es hier keinen Weinberg. Im Schnitt fallen nur rund zweihundert Millimeter Regen im Jahr, kaum mehr als in mancher Steppe, und trotzdem trinkt jede Rebe reichlich Wasser — aus dem Schnee der Berge.

Lange bevor die Spanier auftauchten, hatten die Huarpes das Problem längst gelöst. Sie gruben Acequias, schmale Kanäle, die Schmelzwasser aus den Bergflüssen in die trockene Ebene lenkten, und legten damit den Grundriss für alles, was später kam. Als der Hauptmann Pedro del Castillo die Stadt 1561 gründete, setzte er sie genau dorthin, wo diese Kanäle schon flossen. Ein geliehenes System. Es versorgt bis heute jeden Weinberg der Provinz.

Jesuiten und spanische Siedler pflanzten früh die ersten Reben, doch der große Sprung kam erst 1853. Der Politiker Domingo Faustino Sarmiento holte den französischen Agronomen Michel Aimé Pouget nach Mendoza, um eine Landwirtschaftsschule aufzubauen. Pouget brachte Stecklinge aus seiner Heimat mit — Cabernet, Semillon, dazu eine damals unbedeutende Sorte aus dem südwestfranzösischen Cahors: Malbec. Niemand ahnte, was aus ihr werden sollte.

Ende des neunzehnten Jahrhunderts kamen italienische und spanische Einwanderer in Scharen. Sie brachten die Rebsorte Bonarda mit und bauten die Bewässerungsoasen weiter aus, sodass aus einem Wüstenrand nach und nach eine der größten zusammenhängenden Anbauflächen der Welt wurde. Über hundert Jahre blieb Malbec trotzdem bloß Massenware für den heimischen Markt.

Erst Nicolás Catena Zapata drehte das Blatt. In den Neunzigerjahren pflanzte er Reben in einer Höhe, in der laut Fachleuten keine Traube reifen konnte — in Gualtallary, hoch oben im Valle de Uco. Mit einem später hundert Punkte bewerteten Wein bewies er das Gegenteil. Mendoza wurde vom Zulieferer für Tafelwein zur Weltadresse für Malbec. Ohne die Anden hätte keiner dieser Schritte funktioniert.

Bilder mit KI erstellt · Texte KI-gestützt, redaktionell geprüft

Dürfen wir messen, wie Gustofolio benutzt wird? Dafür würden wir Google Analytics laden und ein Cookie auf deinem Gerät speichern. Das hilft uns zu sehen, welche Bereiche gebraucht werden — mehr nicht. Inhalte deiner Sammlung werden dabei nicht übertragen.

Ohne deine Zustimmung passiert nichts davon, und Gustofolio funktioniert vollständig weiter. Du kannst deine Entscheidung jederzeit ändern. Einzelheiten in der Datenschutzerklärung.