
Malbec & Bonarda
Rebsorten
Eine einzige Sorte prägt Mendoza wie kaum eine andere Region der Weinwelt. Malbec steht auf weit mehr als der Hälfte der argentinischen Rebfläche dieser Sorte, und fast fünfundachtzig Prozent davon wachsen allein in dieser Provinz. In ihrer Heimat Cahors war sie stets die zweite Geige neben robusteren Sorten. Hier wurde sie zur ersten.
Im Glas erkennt man Malbec sofort an der Farbe. Sie ist fast undurchsichtig. Violett-schwarz, viel dunkler als ein Chianti oder ein Rioja, und trotzdem sind die Tannine — der pelzige Belag am Zahnfleisch nach einem Schluck — auffallend rund statt kantig. Dazu ein Duft nach Veilchen, Pflaume und dunkler Beere, manchmal mit einem Hauch Kakao aus dem Holzfass. Diese Kombination aus Kraft und Weichheit gibt es in dieser Form sonst nirgends.
Woher die Weichheit kommt, weiß man erst seit Kurzem genau. Nicolás Catena Zapata testete hundertfünfunddreißig Malbec-Stecklinge einzeln. Er wählte die fünf mit den kleinsten Beeren und ausgeglichensten Erträgen aus, denn kleine Beeren bedeuten mehr Schale im Verhältnis zum Saft, und in der Schale sitzen Farbe und Aroma. Diese Selektion steckt heute in vielen Neupflanzungen im Valle de Uco.
Der zweite Name, den man in Mendoza kennen muss, heißt Bonarda. Fast zwanzig Jahre lang hielt man sie für eine italienische Sorte aus dem Piemont. Es ist die französische Corbeau aus Savoyen. Das zeigten erst im Jahr 2000 Forscher der Universität von Cuyo — sie liefert weiche, fruchtige Rotweine mit weniger Tannin als Malbec und wird oft jung getrunken, während Malbec Jahre im Keller verträgt.
Daneben stehen Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc, vor allem in Luján de Cuyo, wo sie Malbec Struktur und dunkle Paprikanoten beisteuern. Reinsortig bleibt Cabernet in Mendoza aber die Ausnahme. Die Bühne gehört fast immer der einen Sorte, die aus einer Wüste kam und blieb.