
Höhe trifft Keller
Herstellung
In Gualtallary und weiten Teilen des Valle de Uco liegen die Weinberge so steil und hoch, dass Maschinen kaum hinkommen. Die Trauben werden von Hand gelesen, meist früh am Morgen, solange die Nachtkühle sie noch frisch hält. Erst danach beginnt im Keller die eigentliche Arbeit.
Malbec bleibt für Farbe und Tannin einige Tage bis gut zwei Wochen auf der Schale, deutlich kürzer als ein kräftiger Cabernet. Länger auf der Schale bedeutet mehr Struktur. Sie birgt aber auch das Risiko, die typische Veilchen- und Pflaumennote zu überdecken — ein Balanceakt, den jede Bodega anders löst.
Danach kommt meist Holz. Französische Barriques geben feine Röstnoten, mit zweihundertfünfundzwanzig Litern, während große alte Fässer den Wein nur langsam atmen lassen. Seit einigen Jahren experimentieren immer mehr Betriebe zusätzlich mit Betoneiern und -tanks, die kaum Aroma abgeben, aber die Textur runden — Mendoza nutzt Holz vielfältiger als die meisten Weinregionen.
Wer das Etikett Luján de Cuyo tragen will, unterliegt strengen Regeln der DOC, der höchsten argentinischen Qualitätsstufe. Mindestens fünfundachtzig Prozent des Weins müssen Malbec sein, aus Reben von wenigstens zehn Jahren. Gepflanzt wird am Spalier, mit über fünftausend Stöcken je Hektar. Zwischen Lese und Marktfreigabe müssen achtzehn Monate liegen, davon mindestens sechs im Holzfass. Jede Flasche trägt zudem eine nummerierte amtliche Banderole.
Die zweite argentinische DOC heißt San Rafael, im Süden derselben Provinz, mit ähnlich strengen Vorgaben. Beide Siegel sind selten. Auf dem Etikett zu finden, denn die meisten Bodegas verkaufen ihren Malbec lieber unter dem eigenen Namen als unter der Herkunftsregel — der Ruf der Sorte trägt inzwischen von selbst.