Region & Geschichte in der Region San Juan

Huarpes & Pedernal

Region & Geschichte

Die Huarpe nannten ihr Land Cuyum Mapu, Land des Sandes, lange bevor hier ein Rebstock stand. Sie gruben Kanäle. Die Kanäle brachten Schmelzwasser von den Anden bis in die Wüste — Acequias, die noch heute jedes Feld in der Provinz San Juan versorgen. Ohne dieses Wasser wäre hier nichts als Stein und Distel. Das galt für Mais und Kürbis genauso wie später für die Rebe.

Die ersten Reben kamen in den 1550er-Jahren aus Chile über die Anden, mit den Siedlern, die kurz darauf auch die Stadt gründeten. 1562 rief der Hauptmann Juan Jufré San Juan de la Frontera aus, und mit den ersten Häusern wuchsen die ersten Weingärten. Wein diente der Messe ebenso wie dem Handel, denn San Juan lag mitten auf dem Weg zwischen Santiago de Chile und Buenos Aires.

Der bedeutendste Sanjuanino des neunzehnten Jahrhunderts hieß Domingo Faustino Sarmiento, geboren 1811 in genau dieser Stadt und später Präsident Argentiniens. Er ließ europäische Rebsorten importieren, Cabernet Sauvignon und Merlot darunter. Den Ausbau der Bewässerung trieb er mit demselben Eifer voran wie den Bau von Schulen. Wein war für ihn ein Zeichen von Fortschritt.

Am 15. Januar 1944 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7,4 die Provinz und tötete rund zehntausend Menschen; fast jedes Haus aus Lehm stürzte ein. Die Stadt musste komplett neu gebaut werden. Die Weinindustrie wuchs trotzdem weiter: Noch im selben Jahrzehnt verdoppelte sich die erzeugte Weinmenge gegenüber 1940. San Juan setzte fortan auf Masse — Fassweine, Traubenmost und Rosinen für das ganze Land.

Diese Ausrichtung hielt fast fünfzig Jahre. Erst in den Neunzigerjahren begann eine kleine Zahl von Winzern, höher in die Vorberge zu ziehen. Dort sind die Nächte kühler, und der Boden ist karger. 2007 erkannte das nationale Weininstitut INV das Valle de Pedernal offiziell als eigene Indicación Geográfica an. Benannt ist sie nach dem hellen Feuersteinkiesel, der dort überall aus der Erde bricht. Seither ist San Juan längst nicht mehr bloß Argentiniens zweitgrößte Weinprovinz mit rund einem Fünftel der nationalen Weinproduktion, sondern auch Heimat einiger der spannendsten neuen Lagen des Landes.

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