Rebsorten in der Region San Juan

Syrah & Rosinen

Rebsorten

Eine einzige Sorte hat San Juan ihren heutigen Ruf gegeben, und das erst in den letzten drei Jahrzehnten. Syrah kam schon in den Sechzigerjahren ins Land, blieb aber lange eine Randerscheinung neben Malbec und Cabernet Sauvignon. Erst als DNA-Analysen 1999 klärten, dass die Sorte aus der Kreuzung von Dureza und Mondeuse Blanche stammt, begannen Winzer in San Juan, sie ernst zu nehmen. Sie fanden ein Klima, das ihr besser passte als fast jedes andere in Argentinien.

Rund 60.000 Hektar Reben stehen in der Provinz, auf durchschnittlich 630 Metern Höhe. Gut ein Fünftel des gesamten argentinischen Syrah wächst hier. Damit ist San Juan nach Mendoza die zweitgrößte Anbaufläche der Sorte im Land, aber die mit der stärksten Identität, denn nirgendwo sonst prägt eine einzelne Rebsorte so sehr das Bild einer ganzen Provinz wie hier. Die Trauben liefern dunkle Farbe, viel schwarzen Pfeffer im Duft und weiche Tannine, die schon jung zugänglich wirken.

Daneben steht Bonarda. Die alte, robuste Sorte wird in San Juan schon seit Generationen angebaut, lange vor dem aktuellen Syrah-Boom. Sie bringt viel Ertrag, milde Säure und einen Ton nach reifer Pflaume. Lange diente sie vor allem dem Alltagswein. Erst mit sorgfältigerer Lese wird zunehmend auch ein Wein mit eigenem Anspruch aus ihr.

Bei den weißen Sorten sorgt ein Name oft für Verwirrung. Torrontés Sanjuanino ist nicht dasselbe wie der aromatische Torrontés Riojano aus Cafayate. Die sanjuaninische Variante schmeckt deutlich neutraler, fast unauffällig, und landet meist in Cortes oder im Tafelwein statt in der eigenen Flasche. Wer einen blumigen Torrontés sucht, sollte deshalb nach der Herkunft fragen, nicht bloß nach dem Namen auf dem Etikett.

Ein Großteil der sanjuaninischen Rebfläche trägt überhaupt keinen Wein. Rund neunzig Prozent der argentinischen Tafeltrauben und fünfundneunzig Prozent der Rosinenproduktion des Landes stammen aus San Juan. Die wichtigste Sorte dafür heißt Sultanina. Wer durch das Valle de Tulum fährt, sieht deshalb ebenso viele Rosinentrockner wie Kellereien: zwei Wirtschaftszweige aus derselben Pflanzenfamilie.

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