Klima in der Region San Juan

Wüste & Zonda

Klima

San Juan liegt in einer der trockensten Weinregionen der Welt. Kaum hundert Millimeter Regen fallen im Jahr, weniger als in mancher Wüste. Ohne die Schneeschmelze der Anden gäbe es hier keinen einzigen Weinberg. Jeder Tropfen zählt. Er kommt durch ein Kanalsystem, das älter ist als die Provinz selbst.

Was an Regen fehlt, ersetzt die Höhe. Im Valle de Tulum, dem größten und tiefsten Anbaugebiet, liegen die Reben bei etwa sechshundert Metern und reifen in praller Hitze. Im Valle de Pedernal dagegen, weiter in den Vorbergen, stehen sie zwischen 1.300 und 1.600 Metern, und dort schwankt die Temperatur zwischen Tag und Nacht um mehr als zwanzig Grad. Diese Spanne hält die Säure in der Beere fest, während die Sonne tagsüber trotzdem für reife Aromen sorgt.

Calingasta, noch weiter im Westen und noch höher gelegen, übertrifft das sogar und zählt zu den kühlsten Zonen der ganzen Provinz. Wer dieselbe Rebsorte in Tulum und in Calingasta pflanzt, bekommt zwei unterschiedliche Weine — mehr Wucht unten, mehr Frische oben.

Dazu kommt ein Wind, der der Provinz einen ihrer berühmtesten Namen doppelt geliehen hat: der Zonda. Er entsteht als feuchte Luft über dem Pazifik, verliert seine Nässe beim Aufstieg über die Anden und kommt auf der Ostseite trocken und aufgeheizt wieder herunter. Das ist ein klassischer Föhn, benannt nach der Quebrada de Zonda, durch die er ins Tal bricht. Zwischen Mai und November kann er innerhalb weniger Stunden die Luftfeuchtigkeit stark drücken.

Für die Reben ist das kein Randphänomen. Der Zonda trifft die Provinz meist während der Blüte, entzieht den Trieben spürbar Wasser und kann ganze Erntejahrgänge kleiner ausfallen lassen. Winzer beobachten den Wetterbericht deshalb genauer als anderswo. Denn gegen einen Fallwind von den Anden hilft weder ein Netz noch ein Zaun.

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