
Sauvignon Blanc & Co.
Rebsorten
Sauvignon Blanc ist die Sorte, die Adelaide Hills berühmt gemacht hat. Dabei stand die erste ernsthafte Rebzeile davon erst 1989 im Boden. Die Cousins Michael Hill Smith und Martin Shaw gründeten in jenem Jahr Shaw + Smith und bauten ihren Sauvignon Blanc gezielt auf die kühlen Nächte der Hügel. Das Ergebnis duftet nach Stachelbeere und Passionsfrucht, nicht nach der fetten Tropenfrucht warmer Lagen.
Fast ebenso wichtig ist Chardonnay. Der kam allerdings aus einem ganz anderen Grund in die Hügel. Brian Croser suchte in den Siebzigerjahren eine Lage, die kühl genug für Schaumwein nach traditioneller Flaschengärung war, und fand sie im Piccadilly Valley. Chardonnay und Spätburgunder — Pinot Noir heißt die Sorte auf Deutsch — liefern seither die Basis sowohl für den Sekt der Region als auch für gehaltvolle Stillweine.
Daneben wächst eine kleine, aber laute Fraktion an Neuankömmlingen. Larry Jacobs von Hahndorf Hill pflanzte 2006 als Erster Grüner Veltliner, den österreichischen Weißwein mit dem pfeffrigen Biss. Schon 2010 stand der erste Jahrgang im Glas. Heute ist die Sorte die meistgepflanzte Newcomerin der Hügel, dicht gefolgt von Grauburgunder, der hier feinere Frucht zeigt als in wärmeren Ecken Australiens.
Nebbiolo ist der Außenseiter mit der größten Ambition. Die Sorte braucht lange Reife bei kühlen Nächten, sonst bleibt sie hart und ohne Duft. Genau das bieten die höheren Lagen um Piccadilly und Lenswood. Nur wenige Hektar stehen bisher im Boden, aber Kenner nennen die Adelaide Hills bereits eines der besten Nebbiolo-Terrains des Landes.
Shiraz gibt es ebenfalls. Nur schmeckt er anders als der dichte, warme Shiraz aus dem Barossa Valley oder von der Küste bei McLaren Vale. In der Höhe der Adelaide Hills reift er langsamer und behält weiße Pfefferwürze sowie einen schlankeren Körper. Das zeigt, wie stark hier das Klima über den Charakter einer Sorte entscheidet.