Rebsorten in der Region Margaret River

Cabernet & Gingin-Klon

Rebsorten

Zwischen Rot und Weiß teilt sich die Region ungefähr vierzig zu sechzig. Trotzdem denken die meisten beim Namen Margaret River zuerst an einen einzigen roten Wein. Cabernet Sauvignon liefert gut die Hälfte der roten Ernte und bildet das Rückgrat jener Bordeaux-Verschnitte, für die die Region international bekannt wurde.

Reinsortig steht Cabernet Sauvignon selten im Glas. Winzer mischen ihn mit Merlot für mehr Fülle, mit Cabernet Franc für Kräuternoten und in kleinen Mengen mit Malbec oder Petit Verdot für Farbe und Würze. Das ist dieselbe Idee wie im Médoc, nur mit deutlich mehr Sonne und einem Ozean als Kühlschrank. Shiraz kommt als zweite rote Sorte hinterher, mit rund dreißig Prozent der roten Ernte, wirkt aber deutlich weniger streng als der Cabernet.

Bei den weißen Sorten liegt die größere Fläche bei Semillon und Sauvignon Blanc, die hier fast immer gemeinsam vergoren werden statt getrennt. Der Verschnitt heißt in der Region kurz SSB und schmeckt nach Stachelbeere und frisch geschnittenem Gras. Getrunken wird er meist schon im Jahr nach der Lese, solange die Frische noch da ist.

Berühmter als beide ist trotzdem Chardonnay, auch wenn er auf weniger Fläche wächst. Sein Ruf hängt an einer einzigen Mutterpflanze: dem Gingin-Klon. Der amerikanische Rebenforscher Harold Olmo holte ihn 1957 nach Westaustralien, ursprünglich nur, um damit Rebenkrankheiten aufzuspüren, nicht um Wein daraus zu machen. Aus dieser Pflanze vermehrten Denis und Trish Horgan 1976 und 1978 die Reben für Leeuwin Estate, Moss Wood und Cullen.

Der Gingin-Klon ist eigenwillig. Seine Trauben setzen ungleichmäßig an, sodass in einer Traube winzige und normal große Beeren nebeneinanderhängen. Winzer nennen das im Englischen „hen and chicken“, Henne und Küken. Für den Ertrag ist das schlecht. Für die Konzentration im Glas ist es dagegen genau richtig, weil die kleinen Beeren fast nur aus Schale bestehen.

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