
Shiraz & Grenache
Rebsorten
54 Prozent der Rebfläche hier tragen eine Sorte, und McLaren Vale ist seit 1997 eine von Wine Australia geschützte Geographical Indication innerhalb der Zone Fleurieu, mit rund 7.300 Hektar Rebfläche. Shiraz reift hier satt dunkelblau, meist schon Anfang Februar. Keine andere Region Australiens setzt so einseitig darauf. Fast neun von zehn Reben in McLaren Vale tragen überhaupt Rotwein-Sorten, ein Anteil, den kaum ein anderes australisches Gebiet erreicht.
Daneben steht die zweite große Sorte, und ihr Ruf dreht sich gerade. Grenache galt jahrzehntelang als billiger Verschnitt, denn sie wuchs meist als niedrige, unbewässerte Buschrebe ohne Draht und Pfahl, und genau diese alte, mühsame Anbauform gilt heute als Glücksfall. Aus ihr entsteht zusammen mit Shiraz und Mourvèdre die GSM-Cuvée. Das ist McLaren Vales Antwort auf den südfranzösischen Rotwein, nur mit mehr Sonne im Glas.
Cabernet Sauvignon dagegen braucht kühlere Lagen, und die findet er in den Hügeln um Clarendon, dreihundert Meter über dem Meer. Dort reift er langsamer und behält deutlich mehr Säure als unten im Tal. Seine Weine wirken strenger und kantiger. Ein Cabernet aus Clarendon und ein Shiraz aus McLaren Flat schmecken kaum, als kämen beide aus derselben Region.
Seit der Jahrtausendwende kommt eine dritte Gruppe dazu. Winzer pflanzen Sorten, die eher nach Sizilien oder Südfrankreich klingen, Fiano, Vermentino, Nero d'Avola, und der Grund dafür ist schlicht das Klima. Wo Sommer regelmäßig Werte über vierzig Grad erreichen, geben mediterrane Rebsorten oft mehr Frische als klassische Bordeaux-Sorten wie Cabernet. McLaren Vale gehört inzwischen zu den Vorreitern dieser Bewegung in Australien.