
Meer, Wind, Hitze
Klima
McLaren Vale liegt an einer Wettergrenze, und von Osten fallen nachts kühle Fallwinde aus den Mount-Lofty-Hügeln ins Tal, sogenannte Gully Winds, die die Reben über Nacht abkühlen. Von Westen schiebt sich tagsüber die Meeresluft vom Gulf St Vincent heran. Beide Winde kühlen, aber zu unterschiedlichen Zeiten.
Die Reben bekommen dadurch eine Verschnaufpause, die ihnen in einem Sommer mit sehr wenig Regen und hoher Verdunstung sonst komplett fehlen würde. Ohne die Brise vom Golf würden die Trauben schneller Zucker aufbauen, als die Säure mithalten kann. Der Wein würde dann schwer und flach schmecken, denn Regen und Trockenheit folgen in McLaren Vale einem festen Muster: trockene, warme Sommer, milde, nasse Winter, wenig Luftfeuchtigkeit.
Regen fällt vor allem zwischen Mai und September. Genau dann, wenn die Reben ohnehin ruhen und kein Wasser brauchen, bleibt es zur Erntezeit meist trocken. Das hält Fäulnis fern, heißt aber auch: Bewässerung ist in vielen Weinbergen keine Option, sondern eine Notwendigkeit fürs Überleben der Pflanze.
Höhe verstärkt diese Unterschiede zusätzlich zwischen den einzelnen Lagen. Clarendon liegt bis zu dreihundert Meter über Meer. Seaview dagegen sitzt auf einem exponierten Hügelkamm, wo dünner Boden und ständiger Wind schlanke, würzige Weine erzeugen, ganz anders als näher am Golf. Dort bleiben die Lagen spürbar milder und feuchter. Ein und dieselbe Sorte kann deshalb, wenige Kilometer entfernt, zwei völlig verschiedene Weine ergeben. Winzer nutzen das inzwischen ganz gezielt. Shiraz und Grenache stehen meist unten und näher am Golf, wo es wärmer ist, während Cabernet weiter oben in Clarendon steht.