Rebsorten in der Region Tasmanien

Pinot Noir & Co.

Rebsorten

Wird die Traube zu Schaumwein oder zu stillem Wein? Diese Frage entscheidet in Tasmanien fast alles. Pinot Noir und Chardonnay decken beide Verwendungen ab, manchmal aus benachbarten Reihen im selben Weinberg. Die einen Trauben werden früh und sauer gelesen, für die zweite Gärung in der Flasche. Die anderen bleiben hängen, bis aus der Säure auch Frucht geworden ist.

Andrew Pirie brachte 1974 in Pipers River eine klare Reihenfolge in die Sortenwahl. Pinot Noir, Chardonnay und Riesling führten von Anfang an, und diese drei gelten bis heute als die Sorten, mit denen man Tasmanien identifiziert, denn nirgendwo sonst in Australien reift Riesling so langsam und bleibt dabei so schlank.

Sauvignon Blanc und Pinot Gris kamen später und wachsen mittlerweile in praktisch jeder neuen Anlage mit, ebenso Gewürztraminer, der sich vereinzelt findet, vor allem im Tamar Valley, wo einzelne Blöcke noch von den Anfängen der Sechzigerjahre stammen. Beliebt sind sie nie in großer Fläche geworden. Zu unsicher ist das Klima für alles, was viel Wärme braucht.

Spätburgunder, wie Pinot Noir hierzulande auch heißt, ist eine dünnschalige und launische Sorte. Sie verlangt nach genau der Kühle, die andere Sorten kaum ertragen, und deshalb ist Tasmanien einer der wenigen Flecken Australiens, wo sie zuverlässig reift, ohne zu kochen. Die Farbe bleibt hell. Der Duft bleibt fein. Und im Mund zeigt sich eine Säure, die in wärmeren Regionen des Kontinents fast unbekannt ist.

Eine Sorte fehlt fast völlig: Shiraz, die große Rotweinsorte des australischen Festlands. Für ihre Reife ist die Saison hier schlicht zu kurz und zu kühl. Tasmanien braucht andere Antworten als der Rest des Kontinents.

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