Rebsorten in der Region Maipo

Cabernet & Carmenère

Rebsorten

Cabernet Sauvignon prägt das Maipotal stärker als jede andere Sorte. Er nimmt in den besten Lagen um Puente Alto und Pirque den größten Teil der Rebfläche ein. Dort werfen die Anden ihre Schatten schon früh über die Reihen. Dick ist seine Schale, spät reift die Beere, und im Glas zeigt er sich dunkel, mit viel Tannin und einer schwarzen Johannisbeere, die man sofort erkennt.

Die zweite wichtige Sorte ist Carmenère, in Bordeaux einst Grande Vidure genannt. Dort reifte sie später als jede andere Rebsorte im Médoc, oft erst Wochen nach dem umliegenden Cabernet. Als nach der Reblaus alle Reben auf amerikanische Unterlagen umgepfropft werden mussten, setzte Carmenère darauf kaum noch Früchte an, und die Winzer gaben sie deshalb auf. In Chile dagegen, ohne Reblaus und ohne Umpfropfung, wuchs sie unbehelligt weiter. So wurde sie zu der Sorte, mit der sich das Land heute von allen anderen unterscheidet.

Wer sie zu früh liest, bekommt ein Problem: einen stechenden Geruch nach grüner Paprika. Verantwortlich dafür ist Pyrazin, ein Aromastoff. Er wird mit fortschreitender Reife von selbst abgebaut. Deshalb hängt Carmenère im Maipotal oft bis Ende April, manchmal bis in den Mai hinein, deutlich länger als Cabernet Sauvignon oder Merlot, und erst diese zusätzlichen Wochen bringen die dunkle Frucht, den schwarzen Pfeffer und die milde Süße, für die man die Sorte heute schätzt.

Daneben stehen echter Merlot und etwas Syrah. Dazu kommen kleine Flächen weißer Sorten wie Sauvignon Blanc, meist in kühleren Lagen näher an der Küste. Viele der bekanntesten Weine des Tals sind ohnehin Verschnitte. Almaviva etwa mischt Cabernet Sauvignon mit rund einem Fünftel Carmenère, dazu wenig Cabernet Franc und Petit Verdot. So trifft die kräftige, kühle Struktur der einen Sorte auf die weiche, würzige Fülle der anderen. Diese Kombination gibt es in dieser Form kaum irgendwo sonst.

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