Böden in der Region Franken

Muschelkalk & Keuper

Böden

Grab am Würzburger Stein ein Loch, und du kommst nicht weit. Kein Erdreich, nur Stein. Nach wenigen Handbreit Erde stößt der Spaten auf Fels: gelblich-graue Kalkplatten, wellig geschichtet, hart wie Beton — das ist Wellenkalk, die unterste Schicht des Muschelkalks, der hier bis zu vierzig Meter mächtig unter der Stadt liegt.

Der Kalk entstand vor rund zweihundertfünfzig Millionen Jahren, als ein flaches Meer weite Teile Mitteleuropas bedeckte. Muschelschalen und andere Kalkskelette sanken auf den Meeresboden und verdichteten sich über Jahrmillionen zu Gestein. Was heute als Steilhang über dem Main steht, war damals Meeresgrund. Der Name Wellenkalk kommt von den wellenförmigen Mustern in den dünnen Kalkbänken, sichtbaren Spuren des alten Wasserbodens.

Für die Rebe ist so ein Fels eine Herausforderung und ein Geschenk zugleich. Wurzeln zwängen sich durch Risse und Klüfte, statt sich in weicher Erde auszubreiten, und genau dieser Widerstand hält den Ertrag niedrig; zugleich speichert der Kalkstein Regenwasser in seinen Poren und gibt tagsüber Wärme wieder ab, die er in der Sonne gesammelt hat. Ein natürlicher Ofen, der Frostnächte etwas erträglicher macht.

Dieser Kalk ist aber nur einer von drei Böden, die Franken in drei Landschaften teilen. Im Westen, im Mainviereck um Aschaffenburg, liegt roter Buntsandstein, der vor allem Rotwein begünstigt. Im Zentrum, dem Maindreieck um Würzburg, herrscht der Muschelkalk. Im Osten, im Steigerwald, folgt darüber der jüngere Keuper, oft als Gipskeuper mit eingelagerten Gipsschichten. Seine Weine gelten als besonders kräftig und extraktreich. Drei Böden, drei Charaktere.

Silvaner reagiert auf diesen Unterschied empfindlicher als fast jede andere Sorte. Auf Muschelkalk wird er straff und salzig, auf Keuper voller und breiter, auf Buntsandstein bleibt er selten — dort wachsen andere Sorten. Wer drei Silvaner aus den drei Bereichen nebeneinander probiert, schmeckt eine geologische Landkarte, ohne je eine Karte gesehen zu haben.

Grab dich durchSchicht antippen

Dünne Auflage aus Mutterboden und feinem Lösslehm, vermischt mit verwittertem Kalkschutt. Auf dem Würzburger Stein selten mehr als eine Handbreit.

Die Wurzel: Hier liegen nur die Feinwurzeln. Nach wenigen Regentagen ist diese Schicht schon wieder trocken.

Bilder mit KI erstellt · Texte KI-gestützt, redaktionell geprüft

Dürfen wir messen, wie Gustofolio benutzt wird? Dafür würden wir Google Analytics laden und ein Cookie auf deinem Gerät speichern. Das hilft uns zu sehen, welche Bereiche gebraucht werden — mehr nicht. Inhalte deiner Sammlung werden dabei nicht übertragen.

Ohne deine Zustimmung passiert nichts davon, und Gustofolio funktioniert vollständig weiter. Du kannst deine Entscheidung jederzeit ändern. Einzelheiten in der Datenschutzerklärung.