
Riesling & Dornfelder
Rebsorten
Eine einzige Sorte prägt die Pfalz stärker als jede andere. Riesling steht auf rund einem Viertel der gesamten Rebfläche. Damit trägt allein dieses Gebiet mehr Rieslingstöcke als jede andere Region der Welt, mehr sogar als die traditionsreiche Mosel wenige Kilometer nördlich. Seit den Neunzigerjahren wächst die Fläche stetig weiter, während andere weiße Sorten Boden verlieren.
Anders als an der steilen, kühlen Mosel reift Riesling hier auf sanften Hängen und in wärmerer Luft. Die Trauben hängen oft bis weit in den Oktober, sammeln Zucker und Aroma, verlieren aber auch etwas von der stechenden Säure, die Rieslinge aus kälteren Lagen prägt. Das Ergebnis ist ein Wein mit mehr Kraft und reiferer Frucht, der trotzdem trocken schmeckt, weil kaum Restzucker bleibt.
An zweiter Stelle steht, überraschend für ein Weißweingebiet, eine rote Sorte: Dornfelder, mit gut einem Zehntel der Rebfläche. Gezüchtet wurde sie 1955 im württembergischen Weinsberg, weit von der Pfalz entfernt, benannt nach dem Institutsgründer Immanuel Dornfeld. In der Pfalz fand sie trotzdem ihre größte Fläche, weil ihre dicke, farbstoffreiche Schale auch in einem eher kühlen deutschen Sommer noch dunklen, unkomplizierten Rotwein liefert.
Danach folgt die Burgunderfamilie in mehreren Ausgaben. Grauburgunder steht auf fast einem Zehntel der Fläche, Weißburgunder knapp dahinter. Spätburgunder ist die wichtigste rote Burgundersorte. Er liefert zunehmend ernsthafte, in Eichenholz gereifte Weine. Müller-Thurgau war einst die meistgepflanzte deutsche Sorte überhaupt. In der Pfalz ist sie längst auf einen der hinteren Ränge zurückgefallen, unkompliziert, mild und früh reif, aber ohne die Statur, die Riesling oder Spätburgunder heute verlangt wird.