Klima in der Region Champagne

49 Grad Nord

Klima

Kein französischer Weinberg liegt weiter nördlich. Die Champagne wächst rund um den neunundvierzigsten Breitengrad, zwischen Reims und Épernay, näher an London als an Bordeaux. Ihr Klima entsteht aus zwei Kräften: dem Atlantik, der milde, feuchte Luft heranträgt, und dem Kontinent im Osten, der klare Sommer, aber auch harte Winter bringt. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei rund elf Grad. Das ist nah an der Grenze, unterhalb derer Trauben kaum noch richtig reifen.

Für die meisten Rotweine wäre das zu kühl. Für die Grundweine des Champagners ist das fast ideal: Sie sollen gar nicht vollreif und rund schmecken. Ihre schneidende Säure ist kein Fehler, sondern die Voraussetzung dafür, dass der Wein nach der zweiten Gärung in der Flasche noch frisch wirkt und nicht plump. Ein Grundwein mit zu wenig Säure lässt sich später nicht mehr reparieren.

Die Kehrseite der Kühle ist der Frost. Sechzig bis achtzig Tage im Jahr sinkt die Temperatur unter null, besonders in den tiefer gelegenen Lagen der Vallée de la Marne. Ausgerechnet im April und Mai, wenn die jungen Triebe schon aus den Knospen kommen, kann eine einzige kalte Nacht die halbe Ernte kosten. Die Winzer wehren sich. Sie stellen Tausende Kerzen zwischen die Rebzeilen: Bei minus sechs Grad ohne Wind braucht ein Hektar fünf- bis sechshundert davon, um neun von zehn Knospen zu retten. Andere setzen auf Windmaschinen, die warme Luft aus höheren Schichten nach unten drücken und so ein bis drei Grad gewinnen.

Wie sehr sich das Klima gerade verschiebt, zeigte der Jahrgang 2026 selbst. Fünf Hitzewellen im Sommer trieben die Trauben so schnell zur Reife wie nie zuvor gemessen. Die Lese begann am sechsten August. Landesweit war sie schon am siebzehnten August in vollem Gang — zwei Wochen früher als im ohnehin schon frühen Jahr davor. Die Trauben brachten so viel Zucker mit, dass das Kontrollinstitut INAO eine Ausnahme genehmigte und Alkoholgehalte bis fünfzehn Prozent zuließ, weit über dem, was ein Champagner normalerweise überhaupt erreichen darf.

Bilder mit KI erstellt · Texte KI-gestützt, redaktionell geprüft

Dürfen wir messen, wie Gustofolio benutzt wird? Dafür würden wir Google Analytics laden und ein Cookie auf deinem Gerät speichern. Das hilft uns zu sehen, welche Bereiche gebraucht werden — mehr nicht. Inhalte deiner Sammlung werden dabei nicht übertragen.

Ohne deine Zustimmung passiert nichts davon, und Gustofolio funktioniert vollständig weiter. Du kannst deine Entscheidung jederzeit ändern. Einzelheiten in der Datenschutzerklärung.