Rebsorten in der Region Korsika

Niellucciu & Co.

Rebsorten

Eine einzige Rebe prägt gut ein Drittel der korsischen Weinberge: Niellucciu. Genetisch ist das derselbe Sangiovese, der auch in der Toskana wächst, nur unter anderem Namen und auf anderem Boden gereift. Der Name kommt vom korsischen Wort für Schwarz, niellu, wegen der fast blauschwarzen Beeren. Trotzdem ergibt er selten sehr dunkle Weine. Seine Schale ist dünn, seine Säure und sein Tannin dagegen hoch, und in Patrimonio muss er mindestens neunzig Prozent jeder roten Cuvée stellen.

Im Süden der Insel, rund um Ajaccio, übernimmt eine andere Sorte die Hauptrolle: Sciaccarellu. Der Name bedeutet ungefähr Knirschender, weil die Beeren beim Kauen zwischen den Zähnen knacken sollen. Er wächst fast nirgendwo sonst auf der Welt. Trotzdem muss er mindestens vierzig Prozent des roten wie des rosé Ajaccio ausmachen und ergibt dabei kräftige Weine trotz heller Farbe. Pfeffer, Mandel, schwarze Johannisbeere — und mehr Alkohol, als die blasse Farbe vermuten lässt.

Vermentinu trägt fast den gesamten Weißwein der Insel und wird oft als Malvoisie de Corse verkauft, obwohl er mit der eigentlichen Malvasia nicht verwandt ist. Jung duftet er nach Weißdorn und Ginster. In Patrimonio darf ausschließlich er im Glas landen, zu hundert Prozent, keine andere weiße Sorte ist zugelassen.

Daneben gibt es die fast vergessenen Sorten. Biancu Gentile verschwand nach der Reblaus beinahe vollständig. Erst seit den Zweitausenderjahren wird er wieder angebaut, genetisch einzigartig, mit keiner anderen Rebe der Welt verwandt. Genovese füllt kleine Lücken im weißen Verschnitt. Bei den Roten stehen Carcaghjolu Neru und Minustellu, zusammen kaum mehr als ein Zehntel der Fläche, seit Generationen auf denselben Parzellen. Und für den süßen Muscat du Cap Corse gibt es nur eine einzige zugelassene Sorte, den kleinbeerigen Muskateller, dessen Trauben vor dem Pressen tagelang in der Sonne welken.

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