Rebsorten in der Region Languedoc

Carignan bis Mauzac

Rebsorten

Über Jahrzehnte bestimmte eine einzige Sorte das Bild: Carignan. Sie trägt enorme Mengen, braucht kaum Pflege und stand deshalb jahrzehntelang auf der flachen Ebene in Reih und Glied, wo allein der Ertrag zählte und niemand nach Geschmack fragte. Aus der Traube der Massenproduktion wurde später ausgerechnet die Sorte, mit der viele Winzer heute ihren besten Wein machen. Der Grund liegt unter der Erde. Alte, tief wurzelnde Stöcke brauchen kaum noch Wasser und tragen winzige, konzentrierte Beeren.

Das Gesetz zwingt zur Mischung. Ein Languedoc-Rotwein braucht mindestens zwei Hauptsorten. Syrah oder Mourvèdre müssen zusammen wenigstens zwanzig Prozent ausmachen, Carignan und Cinsault dürfen gemeinsam höchstens vierzig Prozent der Fläche stellen. Jede Sorte bringt etwas anderes mit. Grenache liefert Süße und Alkohol, Syrah sorgt für Farbe und Pfeffer, während Mourvèdre Struktur und ein wildes Tier-Aroma mitbringt, das erst nach vielen Jahren weich wird. Cinsault macht den Wein leichter und trinkbarer, gerade in warmen Jahren, in denen alles andere zu schwer geriete.

In Faugères besteht der Boden fast nur aus Schiefer. Dort gilt dieselbe Grundmischung aus Grenache, Carignan, Syrah, Mourvèdre und Cinsault, ergänzt bei den Weißweinen um Roussanne und Rolle. Der magere Schiefer bremst den Ertrag von selbst, ganz ohne gesetzliche Grenze.

Bei den Weißweinen hat eine einzelne Traube ihre eigene Appellation erobert: Piquepoul Blanc, hier meist einfach Picpoul genannt. Schon der Agronom Olivier de Serres erwähnte sie Anfang des siebzehnten Jahrhunderts. Für Picpoul de Pinet an der Küste ist sie die einzig erlaubte Sorte. Scharfe Säure, Zitrusduft, ein salziger Unterton, der an die Nähe zum Meer erinnert. Im allgemeinen Languedoc-Weißwein darf Piquepoul Blanc dagegen höchstens die Hälfte der Mischung stellen, neben Bourboulenc, Clairette, Grenache Blanc, Marsanne und Roussanne.

Eine letzte Sorte gehört fast ausschließlich hierher: Mauzac, mit ihrem Duft nach grünem Apfel. Für die Blanquette de Limoux müssen mindestens neunzig Prozent Mauzac im Wein stecken, der Rest darf Chardonnay oder Chenin sein. Eine solche Regel gibt es sonst in ganz Frankreich für keinen anderen Schaumwein.

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