Rebsorten in der Region Savoyen

Jacquère & Mondeuse

Rebsorten

Eine einzige weiße Sorte prägt das Bild. Jacquère steht auf fast der Hälfte der savoyischen Rebfläche, vor allem in der Cluse von Chambéry und der Combe de Savoie. Sie liefert leichte, saure, wenig alkoholische Weine mit einem Hauch von Feuerstein in der Nase. Sie treibt früh aus und trägt viel, was den Hang günstig macht. Unempfindlich ist sie trotzdem nicht: Ein später Frost trifft sie zuerst.

Für die Weine mit mehr Gewicht ist die Altesse zuständig, auch Roussette genannt, die einer Legende nach Anna von Zypern 1432 mitbrachte, als sie Herzog Ludwig den Ersten von Savoyen heiratete. Belegt ist die Sorte erst ab 1530, in Lucey am Mont du Chat. Sicher ist nur, was im Glas ankommt: viel Extrakt, Aromen von Haselnuss und Bergamotte, dazu ein Hauch Honig, der mit dem Alter zunimmt. Als eigenständige Roussette de Savoie darf sie nur aus vier benannten Lagen wie Frangy oder Marestel stammen. Als einfacher Vin de Savoie dagegen steckt sie in fast jeder Cuvée mit Tiefe.

Bei Rot gibt es praktisch nur eine ernsthafte Antwort: Mondeuse. Vor der Reblaus war sie die wichtigste Sorte Savoyens überhaupt. Sie reift spät, ist dunkel in der Farbe und bringt viel Tannin mit, dazu eine Würze nach schwarzem Pfeffer und Veilchen. Am besten gelingt sie in Arbin, wo die Reben in steinigem, dunklem Mergel wurzeln. Lange gab es sie fast nur als einfachen, kratzigen Landwein. Erst seit wenigen Jahrzehnten zeigen einzelne Winzer, wie lagerfähig ein guter Arbin werden kann.

Zwei weitere Sorten gehören nur hierher. Die Roussanne kam vermutlich im Mittelalter über die Alpen und heißt in Chignin seit Generationen einfach Bergeron; auf dem mageren Kalkboden dort wird sie breit, blumig und nach Aprikose duftend. Noch enger begrenzt ist der Gringet: Er wächst praktisch nur um das Dorf Ayze. Woher er stammt, weiß bis heute niemand genau — die einen vermuten Zypern im vierzehnten Jahrhundert, die anderen Templer. Sicher belegt sind nur seine feinen, spritzigen Weine mit Zitrusnote.

Am Ufer des Genfersees, bei Crépy und Marin, dominiert wieder eine andere Sorte: Chasselas, dünnschalig und neutral im Duft, aber getragen von der milden Luft über dem Wasser. Insgesamt zählt man in Savoyen dreiundzwanzig Rebsorten von zweihundertfünfzig, die Frankreich registriert hat. Sieben davon wachsen in nennenswerter Menge sonst nirgendwo auf der Welt. Wer hier Wein trinkt, trinkt also fast immer etwas, das es woanders schlicht nicht gibt.

Bilder mit KI erstellt · Texte KI-gestützt, redaktionell geprüft

Dürfen wir messen, wie Gustofolio benutzt wird? Dafür würden wir Google Analytics laden und ein Cookie auf deinem Gerät speichern. Das hilft uns zu sehen, welche Bereiche gebraucht werden — mehr nicht. Inhalte deiner Sammlung werden dabei nicht übertragen.

Ohne deine Zustimmung passiert nichts davon, und Gustofolio funktioniert vollständig weiter. Du kannst deine Entscheidung jederzeit ändern. Einzelheiten in der Datenschutzerklärung.